(Inside Out Music)
Wer DEVIN TOWNSEND und seine bisherigen Veröffentlichungen nur halbwegs kennt, der weiß, dass man bei einer seiner Scheiben nicht unbedingt das bekommt, was andere "normale" Metal-Scheiben bieten. TOWNSEND hat schon immer Grenzen des Genres ausgelotet, sie durchbrochen, neu errichtet und wieder durchbrochen. Mit "Empath" gelingt ihm ein Album, bei dem er all seine unterschiedlichen Schaffensrichtungen vereint, ein Geniestreich, oder aber das Werk eines Wahnsinnigen.
Das, sowie die Frage, ob einem das gefällt oder nicht, liegt mutmaßlich mehr denn je im Auge des Betrachters. Es gibt wohl auch nichts, was man hier anbieten könnte als Vorzeigesong, wie man sich das gesamte Album vorstellen kann. Man muss aber schon ziemlich offen sein, um überhaupt erstmal auf der Scheibe klarzukommen. Menschen, die gerne ihre musikalische Schublade aufmachen und aus Genre XY ein Album auswählen, werden hiermit definitiv nicht glücklich.


Allein aus produktionstechnischer Sicht ist das Werk als solches grandios, druckvoll, sauber, sozusagen ein Referenzalbum. Stellt sich nur die Frage, für wen... Denn eigentlich kann sich das jeder als Referenz heranziehen, sei es Jazz, Musical, Orchestralmusik, Metal (ja, auch Metal ist auf der Scheibe zu finden), Pop, irgendwie versucht "Heavy Devy" hier alles, und damit bleibt er sich selbst wohl auch treu. Insbesondere bitten wir darum, sich den Song 'Hear Me' mal anzuhören, denn mit Anneke Van Giersbergen und Chad Kroeger hat man gleich zwei tolle Stimmen als Gastmusiker mit dabei. Aber ansonsten strotzt das Album an allen Ecken ebenfalls mit großen Namen, z.B. Steve Vai oder Mike Keneally, um nur zwei weitere genannt zu haben...
Mutmaßlich bin ich aktuell zu festgefahren in meinen Hörgewohnheiten. Ich erkenne die Genialität hinter der Scheibe, so richtig abholen will mich das aber nicht. Es fühlt sich fast so an, als würde ich mir Bilder großer Künstler anschauen und sagen "Ja, das ist echt richtig gut gemalt", um dann im Anschluss doch zum Marvel-Comic zu greifen. Vielleicht ist es aber auch einfach "too much", und man misst dem ganzen oben drauf zu viel Bedeutung bei!?! Wer weiß das schon, zum Glück lässt sich über Geschmack nicht streiten...

Photo courtesy of Inside Out Music

ALBUM-VÖ: 29.03.2019