(M-Theory / Membran)

Warum hatte ich doch gleich gesagt will ich diese Band rezensieren? Eigentlich hätte mir doch klar sein müssen, was da auf mich zukommt... Oder doch nicht? Fünf Jahre hat SWORN ENEMY am neuen Werk "Game Changer" gefeilt. Vielleicht ist es aber auch einfach der Gedanke daran, dass es auch mal Spaß machen kann, die Suppe im Haar zu suchen.
"Step the f**k back before you get knocked out, I´ll bring the hammer down." Möglicherweise ist die Band das ein oder andere Mal nicht zurückgetreten und hat den Hammer auf den Kopf bekommen. Ich kann fast verstehen, dass manche Metal-Musiker verächtlich in Richtung Hardcore schauen, wenn sie als Referenz Bands wie SWORN ENEMY vorgelegt bekommen. "Game Changer" ist eine dieser Scheiben, die man am besten live auf dem Konzert anhört und nicht auf Silberling, denn hier kommt ziemlich schnell zu Tage, wie simpel die Songs sind, wie wenig kreatives Output hier droht.


Stumpf ist Trumpf, die Hauptsache ist, dass der Breakdown auch pünktlich kommt, damit der Windmill-Pogo-Mob weiß, wann er mit dem gegenseitigen Verprügeln anfangen muss. Keine Frage, diese Parts Knallen und reißen alles ab, was sich ihnen in den Weg stellt. Aber irgendwie erfüllt mich das nicht. Man könnte meinen, dass die gesamten Songkonstrukte nur als Mittel zum Zweck (Breakdown) dienen, lediglich notwendiges schmückendes Beiwerk. Idealer wäre hier fast schon Breakdown auf Breakdown auf Breakdown, yeah, Vollbediehnung... Das haben andere Bands, die ebenfalls eher schlicht im Songwriting sind und publikumsmäßig "zur Sache kommen" wollen, deutlich besser gelöst.
Positiv: fette Produktion von Robb Flynn, coole Breakdowns, und nach 37 Minuten ist das alles auch schon wieder vorbei! Manchmal ist weniger mehr (Albumlänge), manchmal ist weniger aber auch einfach weniger (Ideenreichtum, Kreativität).

ALBUM-VÖ: 05.04.2019

Photo courtesy of M-Theory