(Rise Above Records/ Plastic Head/ Soulfood)

Seit 12 Jahren mischen die Römer GIUDA die Glam-Rock-Szene auf und haben mit ihren bisher erschienen Alben durchaus für das ein oder andere Lächeln im Gesicht des Rezensenten gesorgt. Ihre anfängliche Umsetzung des Genres in Verbindung mit einem leichten UK-Punk-Einschlag und den teils cheesy anmutenden Rock 'n Roll-Attacken war sehr unterhaltend und kurzweilig.

Nun gibt es also neuen Stoff in Form des vorliegenden Albums "E.V.A.", welches einen astronomischen Bezug hat und einem Konzept folgt. Um es mal platt auszudrücken - nach den Sternen greifen GIUDA mit ihrem neuesten Werk nicht. Die Songs sind allesamt recht langatmig und es fehlen die großen (leider auch kleinen) Überraschungen, die die Italiener bisher immer aus der Masse hervorstechen liess. Gerade der Wechsel zu Rise Above Records hatte im Vorfeld für Spannung gesorgt, da dort Bands ihren inneren Bluthund freilassen können und frei von der Leber rocken können ohne Kompromisse einzugehen. Aber vielleicht ist "E.V.A." die Interpretation von künstlerischer Freiheit in den Augen von GIUDA?

Subjektiv betrachtet catcht mich nicht ein einziger Song. Natürlich muss man ein Album auch Zeit geben, um sich zu entwickeln, aber selbst nach mehreren Durchläufen merke ich sowas wie Müdigkeit aufkommen - "E.V.A." lullt mich ein, weil fast jeder Track im gleichen Tempo präsentiert wird und selbst die individuelle Umsetzung keine großen Unterschiede in den Kompositionen erkennen lässt.

Giuda_Photo_courtesy_of_Rise_Above_Records

Giuda Photo courtesy of Rise Above Records

Ich mag jetzt keine Song-Beispiele herausziehen, weil das Album so konzipiert wurde, dass eine übergreifende Thematik zum Tragen kommt, die nicht innerhalb eines Songs dargelegt werden kann/soll. Was ich aber konstatieren kann, ist, dass mich "E.V.A." ab dem ersten Ton enttäuscht. Wer aus seiner 70er-Blase nicht entfliehen kann und weiterhin Slade, The Sweet oder T.Rex als das Maß aller Dinge sieht, wird GIUDA zumindest eine Chance geben und vermutlich auch mögen. Aber mir ist der Ansatz so sehr Oldschool, dass ich es mittlerweile nicht mal mehr sympathisch finde. Wobei es handwerklich überhaupt keine Beanstandungen gibt.

Album-VÖ: 05.04.2019