(Fat Wreck Chords/ Edel)

COKIE THE CLOWN ist das Alter Ego von Fat Mike (bürgerlich Michael John Burkett), seines Zeichens Gründer von Fat Wreck Chords und bekanntermaßen Frontmann von NOFX. Bereits auf dem letzten NOFX-Album "First Ditch Effort" hat Herr Burkett einen Seelenstriptease vom Feinsten abgeliefert, was jetzt durch den Egotrip namens "You're Welcome" nochmals potenziert wird.

Losgelöst von Erwartungshaltungen der Fans, die natürlich auf den nächsten Punkrock-Geniestreich warten und ohne die Zwänge, die eine Band mit sich bringt, öffnet Fat Mike sein Innerstes und lässt COKIE THE CLOWN sprechen. Die Veröffentlichung von "You're Welcome" stellt kein unbedingtes "Must-Have" für den Sammler dar, denn inhaltlich dreht sich viel um das teils obskure und bewegte Leben des Mike Burkett. So weit, so gut...leider ist es auch musikalisch unteres Mittelmaß, obwohl prominente Unterstützung für ein gewisses Niveau sorgen sollte. Travis Barker (Blink 182) sitzt hinter der Schießbude, Dizzy Reed (Guns 'n Roses) bedient Keyboard und Piano.

Wohlfühlmomente gibt es auf dieser Platte keine - weder textlich noch kompositorisch und v.a. nicht gesanglich. COKIE krächzt sich eher über die präsentierten 10 Songs - man hat das Gefühl, dass Fat Mike durchgehend besoffen oder auf sonstigen Drogen hängengeblieben ist und zufällig ein Rekorder mitlief, der die krassen Geschichten aufgenommen hat. Man kann es authentisch nennen oder einfach dillettantisch (wobei ich denke, dass es absichtlich schlecht geworden ist).

Der Soloausflug von COKIE THE CLOWN hat ein paar wenige Momente, an die man sich vielleicht erinnert, allerdings hatte ich nach einmal Hören eigentlich keinen Bock, sich das Werk nochmals anzutun.

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Cokie The Clown Photo courtesy of Fat Wreck

"You're Welcome" ist reiner Selbstzweck von Fat Mike, der sich den Gang zum Psychiater (erstmal) spart und seine verkorsten Lebensabschnitte mit der Welt teilt. Ist sein gutes Recht, aber mitnichten notwendig gewesen - da wie gesagt, v.a. der musikalische Teil weinerliche Spelunken-Mucke ist, die in Verbindung mit dem schlimmen Gesang einfach nur nervt.

Album-VÖ: 26.04.2019