(Rookie Records/ Indigo)

Die Brasilianer von STATUES ON FIRE sind seit 2013 als Band tätig und veröffentlichen dieser Tage ihr drittes Album "Living In Darkness", welches via Rookie Records das Licht der Welt erblickt. Die Südamerikaner sind auf vorliegenden Album verdammt wütend und schreien ihren Unmut musikalisch als auch textlich dem Hörer entgegen. Ähnlich wie in den Staaten, ist seit kurzem ein populistischer und rechtsoffener Mensch der oberste Entscheider im Land, was natürlich zu Frust, Widerstand und Aktionismus im linken Spektrum sorgt. Jair Bolsonaro ist der Inbegriff von Polizeigewalt, Homophobie und Rassismus - der aktuelle politische Zustand der brasilianischen Gesellschaft ist ein zentrales Thema auf der neuen Platte von STATUES ON FIRE.

Seit Anbeginn ihrer Karriere werden sie mit prägenden Hardcore/Punkrock-Bands verglichen, die es im Sound etwas technischer und verspielter mögen. Namen wie Propagandhi, Strung Out oder A Wilhelm Scream fallen automatisch, wenn man sich den dichten Sound zu Gemüte führt. Mittlerweile hat das Quartett ein Qualitätslevel erreicht, welches sie durchaus in einer Liga mit genannten Referenzen stehen lässt. Ihre Songs sind immens verspielt, dennoch verdammt eingängig und haben trotz der durchgehenden Up-Tempo-Sause durchaus spannende Dynamiken, die einen notwendigen Wiedererkennungswert generieren.

Einzig der Akustiktrack 'Letter To You' in der Mitte des Albums schlägt ruhige Töne an, sonst geht es Vollgas nach vorne. Bereits der Opener 'Failure Misunderstand' hat fiese Double-Bass-Attacken anzubieten, allerdings steht der Song nicht unbedingt Pate für den Rest der Platte, da dieser etwas unausgegoren wirkt. Aber bereits ab 'Time Stand Still' und 'Moving Forward' ist der Stil gefunden, der über die letzten Jahre von STATUES ON FIRE perfektioniert wurde. Dass die Vier auch live überzeugend sind, ist kein Geheimnis und sollte von allen Interessierten bei der bald anstehenden Tour (siehe unten) ausgecheckt werden.

Statues_On_Fire_Photo_by_Fabio_Ponce

Statues On Fire Photo by Fabio Ponce

Ich mag für "Living In Darkness" eigentlich keine Anspieltipps geben, da jede Nummer alles Recht  verdient hat, Aufmerksamkeit zu bekommen. Um sich einen Ersteindruck zu holen, kann man sich aber schon einmal die ausgekoppelten Songs 'Time Stand Still' und 'Marielle' zu Gemüte führen und den erstaunlich kompakten Polit-Punkrock, dem im Übrigen auch eine feine Metal-Kante nicht fremd ist, feiern. STATUES ON FIRE sollten mit diesem Album über den Status des Geheimtipps hinauswachsen.

Tour 2019:

01.06.19 Berlin, Cassiopeia (w/ Bitume)
04.06.19 Saarbrücken, Nilles
06.06.19 Osnabrück, Whiskys
07.06.19 Kiel, Wilwarin Festival
08.06.19 Frankfurt, Au-Fest
09.06.19 Köln, Sonic Ballroom (w/ Chefdenker)
11.06.19 Hamburg, Hafenklang
12.06.19 Bremen, tba
13.06.19 NL-Nijemegen, Bijstand
14.06.19 NL-Hengelo, Innocent
15.06.19 Düsseldorf, AK 47

Album-VÖ: 10.05.2019