(Fat Wreck Chords/ Edel)

CJ RAMONE war an den letzten drei Studioalben der Ramones maßgeblich beteiligt und darf deswegen den Künstlernamen zurecht weitertragen. Seine musikalischen Werke umfassen neben den aktuellen Solo-Geschichten auch Alben, die er mit Los Gusanos oder Bad Chopper aufgenommen hat. Richtig angekommen ist er allerdings erst mit den Platten, die er für Fat Wreck veröffentlicht. "The Holy Spell..." ist mittlerweile Studiowerk Nr. 3, nachdem er bereits "Last Chance To Dance" und "American Beauty" beim dicken Mike rausgebracht hat. Natürlich wird der Vergleich zu den Ramones gezogen, aber CJ RAMONE hat es geschafft, sich vom erwarteten Sound zu emanzipieren und hat eine Nische kreiert, in der er zwischen Punkrock mit Popappeal, Country und Rockstar-Gesten frei agieren kann.

Mit dem Rock 'n Roll-Punker 'One High One Low' startet "The Holy Spell..." wunderbar energetisch und zeigt, dass CJ PAMONE ein verdammt tighter Sänger ist, der auf den Punkt liefert. Durch die Unterstützung von Pete Sosa (Drums/ The Street Dogs) und Gitarrist Dan Root (Adolescents) werden die Songs gut nach vorne geschoben - so auch beim nachfolgenden 'This Town'. CJ RAMONE hat seinen eigenen Stil gefunden, der manchmal durch Handclaps, Oooh & Ahhh-Chöre und immer mit eingängigen Refrains ihr Ziel finden. 'Crawling From The Reckage' fängt wie ein Ramones-Song an, um im weiteren Verlauf einen Sleaze-Rock-Touch zu bekommen (Van Halen/ Mötley Crüe?). Abwechslung ist also definitiv vorhanden und so entwickelt sich das Album von ganz alleine zu einem Fundus an punkrock-infizierten Kompositionen, die sich nicht scheuen, in anderen Genres zu wildern und so ein unterhaltsames Werk zu präsentieren.

Nach dem Smasher 'Waitin' On The Sun', folgt zur Besinnung der countryeske Akustiktrack 'Hands Of Mine', der auch von Joey Cape hätte stammen können. Um erst gar keine Verwirrung aufkommen zu lassen, lässt Herr Ramone den Up-Tempo-Hit 'There Stands The Glass' folgen, der in unter zwei Minuten mehr Melodie hat, als manche Band auf ihrem ganzen Album. 'Stand Up' und 'Postcard from Heaven' zeigen wiederum den Pop-Punk-Jungspunden von heute, wie gemäßigter Bubblegum-Punk funktioniert ohne zu zuckersüß zu werden.

Der melancholische Abschlusstrack 'Rock On' ist Steve Soto gewidmet - ein sehr guter Freund von CJ RAMONE und Punkrock-Legende (Adolescents, Agent Orange, Joyride etc.). Trotz der traurigen Thematik, ist der Song positiv aufgeladen und blickt nach vorne.

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CJ Ramone Photo Credit Joel Ricard

"The Holy Spell..." ist ein rundherum gelungenes Punkrock-Album, welches bestens unterhält und sehr abwechslungsreich geschrieben wurde. CJ RAMONE ist auf dem Höhepunkt seines Schaffens und wird im Sommer eine umfangreiche Euro-Tournee spielen. Dringend empfohlen, sich dort blicken zu lassen.

Tour 2019:

12 Jul in Gierle, Belgium @ Poeyelhei
12 Jul in Enkirch, Germany @ Fallig Open Air 2019
14 Jul in Luzern, Switzerland @ Sedel
15 Jul in Caramagna Piemonte, Italy @ Spazio Polivalente
16 Jul in Bologna, Italy @ Freakout Club
17 Jul in Ljubljana, Slovenia @ Gala Hala
18 Jul in Munich, Germany @ Free and Easy Festival at Backstage
19 Jul in Amberg, Germany @ Casino Saal
20 Jul in Sulzbach Taunus, Germany @ Seepogo Festival 2019
21 Jul in Karlsruhe, Germany @ Alte Hackerei
23 Jul in Berlin, Germany @ Bi Nuu
24 Jul in Hamburg, Germany @ Hafenklang
25 Jul in Hannover, Germany @ Lux
26 Jul in Cologne, Germany @ Helios37
27 Jul in Meppen, Germany @ Jam Center
28 Jul in Kassel, Germany @ Goldgrube
29 Jul in Groningen, Netherlands @ Lola
30 Jul in Hoofddorp, Netherlands @ Poppodium Duycker
31 Jul in Vlaardingen, Netherlands @ De Kroepoekfabriek
01 Aug in Vólos, Greece @ Los Almiros Fest 2019

02 Aug in London, UK @ O2 Shepherd’s Bush Empire
03 Aug in Bristol, UK @ Exchange
04 Aug in Blackpool, UK @ Rebellion Festival 2019

Album-VÖ: 10.05.2019