(Run For Cover / ADA /Warner)

FURY haben sich in der Hardcore-Szene schnell einen Namen erspielt. Ihr Sound baut auf dem musikalischen Erbe Orange Countys - mit seinen schweren, rhythmischen Start-Stop-Gitarren und Jeremy Stiths wortreichen, selbstreferentiellen und poetischen Texten - auf. "Failed Entertainment" ist FURYs Interpretation von menschlicher Erfahrung; ein Versuch, das Leben eines jedes einzelnen Menschen und seine Interaktionen mit anderen durch unübertroffene Höhen, verzweifelte Tiefen und weltliche Mitten zu beschreiben.

Dafür tobt sich die Band über eine Distanz von zehn Songs aus und arbeitet unablässig an der Ausdifferenzierung ihres eigenen Songtrademarks. Das klingt sogar verdammt gut und wenn es die Floskel „Wie aus einem Guss“ noch nicht geben würde, müsste man sie für "Failed Entertainment" erfinden. Angefangen bei der Lead-Single und Album-Opener 'Angels Over Berlin' bis hin zum Closer 'Crazy Horses Run Free' fährt die Band mit ihren Start-Stopp Gitarren scheinbar unablässig auf der dritten Spur. Denn erst wenn man dem Album einen dritten oder vierten Hördurchgang gönnt, bemerkt man die Augenblicke, die einem FURY zum Durchatmen lassen ('New Years Days'; 'Inevitable Need to Reach Out'). Auf langer Distanz beweisen sich ausgerechnet diese Tracks als die Hingucker des Albums. Ansonsten lässt man es schonmal richtig scheppern, wie z.B. 'America' beweist.

Gute Gradmesser dafür, was das Album dennn nun wirklich kann, finden sich auch in den Singleauskopplungen. Zur ersten Single 'Angels Over Berlin' äußert sich Frontmann Jeremy Siths wie folgt:'Angels Over Berlin' fasst zusammen, was für mich Liebe und Menschsein bedeutet. Das Geben und Nehmen, die Macht, die Kontrolle loszulassen, den Glauben und das Vertrauen, die es braucht, um verletzlich und offen für die Sichtweise einer anderen Person zu sein, sowie offen für den unvermeidlichen Teil der Liebe, der Trauer. Ich spreche nicht nur romantischen Beziehungen, sondern allen Beziehungen, auch die, die man mit sich selbst hat."

In 'Vacation' verweist Frontmann Jeremy Stith auf Harry Dean Stantons Diskussion über "Vorherbestimmung, die Fähigkeiten eines jeden Menschen und dessen Platz in dieser Welt." erklärt Stith.

"Es geht darum, wie wir das tun werden, was wir tun. Und die Auswirkungen werden so sein, wie sie sein werden und obwohl wir im Großen und Ganzen so viele Auswahlmöglichkeiten haben, ist die Realität doch genau wie diese Erde, denn Menschen waren einst nicht auf diesem Planeten, gerade sind wir es, werden es aber irgendwann nicht mehr sein. "Vacation" handelt von Trauer und von den Dingen, die damit einhergehen - die Ablehnung, der Zorn und die Verhandlungen in Situationen, in denen wir mal wieder zu kurz kommen. Wir können nur hoffen, dass wir irgendwann akzeptieren, dass wir nichts sind und die Liebe alles ist."

Insgesamt wirkt "Failed Entertainment" eine Spur eingängiger als seine Vorgänger, auf lyrischer Ebene allerdings deutlich kryptischer.

Der Song für die Playlist/das Mixtape: 'New Years Days'

Album-VÖ: 03.05.2019