(Pirates Press Records)

Die drei Rancid-Gründungsmitglieder Tim Armstrong, Lars Frederiksen und Matt Freeman haben nebem ihrem Hauptjob noch diverse Projekte laufen, die meist aktiviert werden, nachdem Rancid ein neues Album herausgebracht haben ("Troublemaker") und die dazugehörige PR-Maschinerie abgearbeitet (u.a. Interviews/ Touren etc.) worden ist. So hat sich Lars seinem Oi-Projekt Old Firm Casuals gewidmet und eine neue Platte am Start, während Herr Armstrong die Landfill Crew aus dem Boden gestampft hat. So hat es sich auch Matt Freeman nicht nehmen lassen eine neue Band zu formieren, die u.a. den ehemaligen UK Subs und aktuellen Jello Biafra and the Guantanamo School of Medicine-Schlagmann Jason Willer an Bord hat.

Soundtechnisch fahren CHARGER einen andere Tour und entfernen sich ziemlich weit vom Punkrock-Genre. Natürlich ist weiterhin Nachdrücklichkeit und Aggressivität vorhanden, allerdings werden diese Eigenschaften in ein Genre kanalisiert, welches als Heavy/Hardrock bezeichnet werden kann. Aber nicht der verweichlichte der Neuzeit, sondern der knarzige, dreckige der 70er, wie ihn Hawkwind zuerst auf's Tapet gebracht haben. Formvollendet haben das dann bekanntermaßen Motörhead. Und wenn man sich die selbstbetitelte 7-Song EP von CHARGER anhört, kann man fast von einem Tribut an die englischen Meister sprechen, denn Songs der Marke 'Crackdown', 'Victim' oder 'All Kings Must Die' sind strukturell bis zum whiskey-angerauten Gesang nicht mehr, aber auch nicht weniger als Motörhead 2.0 mit dem Extra-Quentchen Power, der sich aus dem Punkrock-Background der Mitglieder speist.

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Charger Photo courtesy of Pirates Press

Die Debüt-EP von CHARGER ist für Fans von Motörhead-infizierten Heavy-Rock eine klare Empfehlung wert, dürfte aber auch Menschen gefallen, die den weltbesten Punkrock-Bassisten Matt Freeman außerhalb seiner Komfortzone zuhören möchten (er übernimmt nämlich auch teilweise den Gesang).

EP-VÖ: 10.05.2019