(Fat Wreck Chords/ Edel)

Als die Ankündigung von Fat Wreck kam, dass es bald ein Album von TOMMY AND JUNE geben wird, war die Überraschung groß, da bisher noch niemand von diesem Projekt zweier Vollblutmusiker im Vorfeld gehört hatte. Aufgrund des Bandnamens konnte man zumindest ableiten, dass es wegen der personellen Limitierung des Line-Ups vermutlich akustisch bis instrumental reduziert zur Sache geht. Das selbstbetitelte Debüt umfasst nun 10 Songs, die in knapp 20 Minuten alles sagen, was gesagt werden will - und die Mutmaßung bezüglich der Umsetzung bestätigt sich zumindest größtenteils.

Die ersten beiden Tracks 'Lonely Train' und 'Jetlag Blues' zeigen bereits hervorragend, dass das Duo ganz genau weiß, was es tut. Mit einem Mix aus Akustik-Punk und Indie-Gitarren werden klar formulierte Texte vorgetragen, die zwischen Befindlichkeitsfixierung und ironischen Satzbausteinen die goldene Mitte finden. Auch der längste Song des Albums, 'Adulthood' ist angenehm zurückhaltender Lo-Fi-Indie, der den Punkrock im Herzen trägt. Vom Style ähnlich wie ein John K. Sampson oder Davey Von Bohlen, was auch die Klangfarbe des Sängers zu verantworten hat.

'Ghost Of Paris' ist einer dieser Ausnahmen, die punkrockig nach vorne schmettern - inkl. Chören und eingängigen Refrain - man denke an frühe Green Day. Kompositionen wie 'Better Life Story', 'Monogamist' oder 'Mary Unfaithful' zeigen eindrucksvoll, dass eine Lauflänge von unter zwei Minuten durchaus reicht, um Storys musikalisch perfekt auszuerzählen. Aufgelockert durch den Einsatz von elektrischen Gitarren und Drumeinsatz ('Black Maze', 'New Alive') kommt die Abwechslung nicht zu kurz, so dass "Tommy And June" im Handumdrehen zuende ist und förmlich darum bettelt, den Repeat-Knopf zu betätigen.

TOMMY AND JUNE kann man attestieren, dass sie alles andere als langweilig sind und dem Lagerfeuer-Akustik-Punk einen kräftigen Tritt in den Arsch verpassen. Denn was hier an Herzblut, Enthusiasmus und Authentizität drinsteckt, hat man lange vermisst bei den großen Namen des Genres. Bisher eines der diesjährigen Highlights auf Fat Wreck Chords.

Album-VÖ: 21.06.2019