(Marshall Records)

Aus Portsmouth/UK stammt das Pop-Punk-Outfit THE BOTTOM LINE. Und obwohl in diesem Genre eigentlich alles gesagt worden ist, schafft es das Quartett mit ihrem neuen Album "No Vacation" mehr als einen Achtungserfolg abzuliefern, weil...

...es den zehn Songs trotz der Limitierung der Musikrichtung immer wieder gelingt, klischeebehaftete Situationen zu umschiffen. Die Kompositionen haben teilweise das Zeug dazu, wieder Lust auf poppigen Punkrock zu initiieren, da die Songs verdammt gut ins Ohr gehen, das richtige Maß an Schmackes inne haben und einfach Spass machen. Gerade zur aktuellen Wetterlage (Hochsommer, kalte Getränke, chillen) knallt der Sound gut rein und weiß zu begeistern.

Es sind diese positiven nostalgischen Gefühle an eine Zeit als Bands wie Allister, Fenix TX oder Slick Shoes in den College-Radio-Stationen massiv Airplay hatten und sich die Probleme der Welt noch im eigenen Kosmos abgespielt haben (Beziehungen, Erwachsenwerden, Zukunftspläne). Wenn THE BOTTOM LINE ihre Songs der Marke 'She Makes Me', 'Over And Over', 'Like The Movies' oder 'California' abfeuern, schaltet das Hirn aus - nur die Region läuft auf Hochtouren, die für die Glückshormonausschüttung zuständig ist.

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The Bottom Line Photo by The Bottom Line

Genau das muss auch mal erlaubt sein, ohne tiefschürfende Gedanken in komplexe Musikstücke zu pressen. Einfach mal laufen lassen, einfach das Leben geniessen, einfach machen, worauf man Bock hat. Das vermitteln THE BOTTOM LINE auf "No Vacation" und ich bin froh, dass es diese Platte in meinen Bemusterungspool geschafft hat.

Album-VÖ: 21.06.2019