(artfarm Records)

Irgendwie hat es Benjamin Rose schon immer auf die Bühne gezogen. Der inzwischen 35-jährige Sohn des puerto-ricanischen Soulsängers Randolf Rose und einer deutschen Mutter aus dem Sauerland bezeichnet sich selbst als „Rampensau“ und weiß genau, wie er ein Publikum erobern kann. Auch wenn mit "Where Do We Go?“ gerade einmal das Debüt von BENJROSE erscheint, weiß der Musiker sehr genau wo der Hase langläuft.

Seinen ersten Plattenvertrag hatte Benjamin bereits mit zwölf Jahren in der Tasche und in der Zeitschrift Bravo legte er so etwas wie eine Kinderstar Karriere hin. Ab 2007 wurde es dann mit der Musik etwas ernster und 2009 kam es dann zur schicksalhaften Begegnung mit dem Produzenten Rami Jaffee, welcher den Gestromt-Jüngern vor allem als Keyboarder der Foo Fighters ein Begriff sein dürfte. Angeschoben von dessen Erfahrung und Leidenschaft entwickelten BENJROSE die nächste Stufe auf der Professionalitätsskala. Mit beachtenswerten Live-Gigs (u.a. South by Southwest Festival, Gamescom Festival Köln, Open Flair Festival, Reeperbahnfestival) erspielte man sich zunächst eine stets wachsende Fan-Base, bevor man als Support für Pink und Marius-Müller Westernhagen vor dem unmittelbaren Durchbruch stand. Doch Pustekuchen. Das nötige Album entwickelte sich erst in einem langen andauernden Prozess, aber da Gut Ding Weile braucht, klingt "Where Do We Go?" im Jahre 2019 dann auch äußerst ambitioniert und verzichtet auf jegliche Flüchtigkeitsfehler. Als Produzent zeichnet sich neben der Band dann auch Jaffee verantwortlich, welcher bereits The Wallflowers, Everclear, Richie Sambora, Pete Yorn, Grant Lee Buffalo oder Coheed And Cambria zu einem fetten Sound verholfen hat. Tja, und wenn man dieses Name-Dropping in seinem Kopf zu einem Sound vermischt, dann bekommt man nicht nur hohe Erwartungen, sondern auch eine Vorstellung davon, was einen auf "Where Do We Go?" erwartet.

„Für uns ist 'Where Do We Go' ein Song über die Suche nach dem richtigen Weg im Leben, über Freundschaft und über den Willen gemeinsam etwas Großes zu schaffen“, so das Statement der Kölner Band zur Single, welche durchaus als stellvertretend für den Klang des gesamten Albums gesehen werden kann. Songs an der Schnittstelle zwischen Rock und Pop, oft erstaunlich leicht und eingängig, geparrt mit einer fetten Produktion, welche die Songs auf zwanglose Art hübsch macht. 'Love Train' könnte auch aus dem Backkatalog von Lenny Kravitz stammen, 'No One Else' ist ein strammer Geradeaus-Rocker und 'Feel Alive' erinnert an die jüngsten Foo Fighters Eskapaden. Dass die Band auch mal Tempo rausnehmen kann beweisen Stücke wie 'Broken Heels' oder die zweite Single-Auskopplung 'No Catastrophe':

Unterm Strich liefern BENJROSE ein absolut gelungenes Debüt, welches zudem verdammt professionell klingt. Auch wenn den Jungs auf der zweiten Albumhälfte der Sprit auszugehen droht und einen das Gefühl beschleicht, dass "Where Do We Go?" irgendwie auf der Stelle tritt.

Der Song für die Playlist/das Mixtape: 'Feel Alive'

Album-VÖ: 14.06.2019