(Out Of Line Music)

GYZE ist eine japanische Melodic Death Metal Band und sie ist in den letzten Jahren auch hier in Deutschland bekannter geworden, da man mehrere Festivals bespielte und auch auf einer ausgiebigen Europatour mit Battle Beast unterwegs war. Zum inzwischen vierten Album, stößt nun ein zweiter Gitarrist zum Line Up dazu und Drummer Shuji musste aus gesundheitlichen Gründen ersetzt werden. "Asian Chaos" ist dabei das erste Album welches groß in Europa veröffentlicht wird und zwar zeitgleich mit Japan.

'Far Eastern Land' überrascht auf Anhieb, so ertönen traditionelle japanische Instrumente und es kriegt damit einen sehr folkigen Touch. Eigentlich ist es nur ein Intro für 'Asian Chaos', aber mit über drei Minuten, fällt dieses doch recht lang aus. Danach geht es aber auch mit dem Gesang los und die Überraschungen halten an. Eine Frau singt als zweite Stimme mit und anstatt dem gewohnten Melodic Death Metal kommt es eher wie Folk Metal daher. Um genauer zu sein, erinnert es sehr an Pagan Bands, vor allem Ensiferum. Man kann es sich so vorstellen, dass GYZE sich nun anhören wie die japanische Version dieses Genres. Das kann dann, aufgrund der Heimat, natürlich nicht mehr Pagan heißen, aber Folk Metal trifft es wohl sehr gut. Passend dazu wird teilweise auch in der Heimatsprache gesungen. Ein wirklich sehr packender Titeltrack und gleichzeitig gelungener Einstieg, wenn gleich dieser auch in seiner Gesamtheit schon fast zehn Minuten dauert.

'Eastern Spirits' bleibt dieser Mischung treu und zeigt auch auf, dass das Gitarrenspiel in Richtung Speed Metal geht. Vielleicht auch ein Grund, warum man nun einen zweiten Gitarristen mit an Bord geholt hat. 'King Kamuy' ist nur ein kurzer instrumentaler Übergang zu 'Dragon Calling', welches sich nun wirklich 1:1 wie ein Ensiferum Lied anhört. Wären die Finnen in Japan geboren worden, so hätten sie wohl dieses Lied geschrieben und aufgenommen. Aber höllisch viel Spaß macht der Song auf jeden Fall, wenn er ohne Pause nach vorne prischt. 'Camellia' kommt dann sogar mit gewissen Symphonic Metal Einflüssen daher, muss aber im Gegensatz zum Vorgänger deutlich zurückstecken. 'Japanese Elegy' ändert diese Formel auch nicht groß ab. Insgesamt scheint man mit "Asian Chaos" ein Konzept zu verfolgen und zieht dieses gnadenlos durch. So scheint hier auch kein Stück ohne ein längeres Solo auszukommen. Das Gitarrenspiel erinnert ja hier in der Schnelligkeit ein bisschen an Dragonforce, daher ist es eigentlich nur logisch, dass Marc Hudson beim Song 'The Rising Dragon' mitsingen darf. 'The White Territories' wirft jetzt noch eine ganze Ladung Thrashmetal mit in den Top, was sehr delikat daher kommt. Worum es in '1945 Hiroshima' geht, muss man hoffentlich niemandem erklären. Mal thrashig, mal sehr schnell und doch auch immer mit dem Hauch des Folk im Hintergrund, kriegt man hier wirklich eine ganze Menge geboten.

Und dann war es das auch schon mit dem regulären Teil. Es gibt zusätzlich noch 'Asian Chaos (Far Eastern Mix)', indem die ersten beiden Stücke der CD verschmolzen werden und 'Kakumei', welches ein reines Gewitter an Riffs darstellt, Dragonforce lassen mal wieder grüßen.

GYZE haben mich mit "Asian Chaos" ziemlich überrascht. Mit so viel traditionellen Tönen hätte ich nun wirklich nicht gerechnet, genauso wenig wie, dass man sich wirklich knallhart bei Ensiferum bedient. Aber was soll es, wenn die Mischung sich so gut anhört? Nur ein bisschen mehr Abwechslung und eine höhere Hitdichte wären ganz schön gewesen. Fans von Bands wie Ensiferum und Dragonforce, sollten hier aber unbedingt einmal reinhören.

Album-VÖ: 12.07.2019