(ROAR!/ Soulfood)

Habt ihr manchmal auch Bock auf einfachen, aber soliden Hardrock, der ohne viel Firlefanz das Beste aus AOR und melodischen Classic-Rock verbindet, obwohl die genannten Genres sehr ähnlich, wenn nicht sogar gleich sind? Nein? Trotzdem werde ich euch versuchen die aktuelle Platte von SCARLET REBELS näherzubringen, die sämtliche notwendigen Klischees auffahren, um ihr Werk "Show Your Colours" an den Mann/die Frau/divers zu bringen.

Mit 14 Songs ist das Album recht lang geraten, aber man kann sich die Platte auch Stück für Stück einverleiben, was ich dringend empfehlen würde. Im Grunde ist das nämlich handwerklich sehr gute Musik, bei der es aber leider daran krankt, dass die Stücke strukturell sehr ähnlich aufgebaut sind, meistens im unaufgeregten Midtempo angesiedelt sind und die Überraschungen rar gesät sind.

Mag man Bands wie z.B. Scorpions, Sinner oder The New Roses, fühlt sich das neue Album von SCARLET REBELS wie ein Nach-Hause-kommen an. Allerdings fehlt dem Fünfer etwas der Wiedererkennungswert oder ein richtiger Hit, der es dem unbedarften Zuhörer einfacher machen würde, sich in den musikalischen Kosmos fallen zu lassen. So ist den Jungs zwar ein leidlich schmackhaftes Fast-Food-Gericht gelungen, aber bis zum Wirtshaus, geschweige denn Sterne-Lokal ist es noch ein langer Weg.

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Scarlet Rebels Photo courtesy of ROAR

"Highlights" auf "Show Your Colours": 'Can I Open My Eyes' (hat jemand Bon Jovi gesagt?), 'No One Else To Blame', die Ballade 'Returning Light' und das sensationelle Bandfoto (s.o.). 🙂

SCARLET REBELS haben durchaus ihre Daseinsberechtigung, werden die nächsten Jahre aber vermutlich eher auf Kleinstadt-Stadtfesten gebucht. Rockmusik, die niemanden belästigt - und ab ein paar Bierchen zum Schunkelm anregt.

 

Album-VÖ: 09.08.2019