(Big Scary Monsters / Alive /The Orchard)

Hinter CULTDREAMS versteckt sich das Lo-Fi Punk / Shoegaze-Duo Kamikaze Girls. Warum sich die Band um Lucinda Livingstones und Conor Dawsons jetzt genau umbenannt hat, lässt sich weder in den offiziellen Pressemitteillungen der Band erfahren noch zwischen den Zeilen auf "Things That Hurt" herauslesen. Denn in einer Welt voller Veränderung, bleibt bei der Musik dieses Duos doch vieles beim Alten.

Die Kamikaze Girls Debüt Platte konnte mein Shoegaze-Herz vor zwei Jahren begeistern. Dementsprechend gespannt war ich auch auf "Things That Hurt" und der Opener 'Born An Underdog' lässt die Sache dann auch verdammt gut an. Abstrakter Sound aus turmhohen Gitarrenwänden und Feedback, willkommen zurück in der Soundwelt des Shoegaze. Ein starker Auftakt, dem dann leider eine gehörige Bauchlandung folgt. 'Not My Generation', 'Rest / Reflection', 'Flowers On Their Grave' oder auch 'Brain Daze' sind allesamt Songs, die es dem Hörer nicht einfach machen und geradezu anstrengend wirken.

Es dauert dann auch bis zur Lead-Single 'We Never Rest', mit Gastgesang von Katie Dvorak und David F. Bello von The World Is A Beautiful Place And I Am No Longer Afraid To Die, um das schwindende Interesse des Hörers wieder einzufangen. Der Song handelt von dem Druck, dem man ausgesetzt ist, wenn man versucht sich dieser ermüdenden Gesellschaft anzupassen.

"Von den Menschen wird immer erwartet, dass sie einen festen Arbeitsplatz haben, so viel Geld wie möglich verdienen und einen sogenannten "traditionellen heteronormativen Lebensstil" führen", erklärt Sängerin und Gitarristin Lucinda Livingstone. "Ich persönlich lebe in einer Blase - die Menschen um mich herum kümmert es nicht, wie ich lebe, mit wem ich lebe, wie viel Geld ich verdiene oder nicht verdiene, wie ich aussehe oder wie ich meine Zeit verbring. Es ist so einfach, sich an diese sichere Blase zu gewöhnen, doch wenn man erst einmal draußen ist, ist das alles nicht mehr so."

Zeigte der Karrierepfeil von CULTDREAMS von Beginn an immer steil nach oben, so legt sich die Band mit dem neuen Album nun selbst einige Steine in den Weg. Was wirklich schade ist, denn mit ihren Texten legt die Band ihren Finger in die eitrige Wunde einer immer weiter abdriftenden Gesellschaft. Natürlich gibt es auch gelungene Momente auf "Things That Hurt“, aber auf Albumlänge geht dem Duo hier überraschend schnell die Puste aus.

Der Song für die Playlist/das Mixtape: 'We Never Rest'

Album-VÖ: 16.08.2019