(Epitaph/ Indigo)

Dass OFF WITH THEIR HEADS hauptsächlich die Herzensangelegenheit von Sänger/ Texter Ryan Young ist, sollte kein Geheimnis mehr sein. Die ständigen Line-Up-Wechsel sprechen nicht unbedingt für Kontinuität, allerdings ist das Werk der Punkrocker schon sehr bemerkenswert. In der Szene gibt es kaum Menschen, die nicht Songs oder gesamte Alben der aus Minneapolis stammenden Band feiern. Und die bisherigen Studioalben "From The Bottom", "In Desolation" und v.a. "Home" haben sehr wenig Ausfälle zu verzeichnen. Man spürt quasi die Energie in jeder Note und kann sich identifizieren. Das letzte Lebenszeichen war die Akustik-Platte "Won't Be Missed", die ganz nett anzuhören war, es aber nur bedingt gebraucht hätte. Nun also "Be Good" in voller Bandstärke. 11 Songs warten darauf entdeckt zu werden.

Um es gleich vorneweg zu schicken: OFF WITH THEIR HEADS können noch immer begeistern, stagnieren aber auf hohem Niveau. Natürlich erwartet man von Punkrock-Bands eine gewisse Stabilität im Wiedererkennungswert. Und ein etablierter Sound sollte auch gar nicht groß variiert werden. Allerdings dürfen neue Songs ruhig neue mitreissende Refrains anbieten und sich im Gesamtschaffen hervorheben. Auf "Be Good" wird das respektable Standing aber "nur" verwaltet.

Tracks wie z.B. 'Disappear', 'You Will Die', 'No Love' oder 'Let It All' sind schon einnehmende Songs, die für sich stehend auch wunderbar funktionieren - im Kontext der Platte fallen die einzelnen Ereignisse allerdings nicht groß auf, weil sich die Songs zu sehr ähneln - strukturell, gesanglich und melodisch.

Off_With_Their_Heads_Photo_by_Patrick_Houdek

Off With Their Heads Photo by Patrick Houdek

Es ist toll, dass es OFF WITH THEIR HEADS geschafft haben ein neues Album aufzunehmen. "Be Good" gefällt teilweise auch außerordentlich - es sind aber die kleinen, fiesen Momente der zu hohen Erwartungshaltung, die die Platte "nur" solide erscheinen lässt.

Album-VÖ: 16.08.2019