(Uncle M Music/ Cargo)

Haben FLASH FORWARD mit ihrer aktuellen Veröffentlichung "Golden Rust" möglicherweise das Brit-Rock-Album des Jahres geschrieben? Ich habe die letzten Jahre selten eine Platte gehört, die so fokussiert, homogen und stringent fliesst und sich nicht zu schade ist, Eingängigkeit mit feinen Indie-Gitarren zu erschaffen. Songs, die Lust auf Tanzen machen, aber auch mal nachdenklich flirrend den Weg in den Gehörgang finden.

Es ist dieser warme Sound, der bereits Musik von The Futureheads, Hard-Fi oder alten Maximo Park so speziell und anders gemacht hat. Schöne Gitarrenmelodien, die mit einer Vehemenz vorgetragen werden, dass man den Musikern gratulieren möchte für den Mut, Kompositionen zu kreieren, die etwas aus der Zeit gefallen wirken, aber gerade deswegen verzaubern und überzeugen.

Das die Heimat der Jungs im Ruhrgebiet liegt und nicht auf der vom Brexit bedrohten Insel, ist erstaunlich angesichts der typischen britischen Sound-Gebilde. FLASH FORWARD trauen sich auch sehr poppige Elemente einzubauen, die durchaus das Potenzial haben im Formatradio zu laufen - und das ist keineswegs negeativ gemeint, sondern soll aufzeigen, dass es das Quartett versteht, einen Nerv zu treffen. Die Sehnsucht nach dem perfekten Song, auf den sich alle einigen können. Dafür gibt es auf "Golden Rust" einige Beispiele, die durchaus in die Kategorie fallen könnten.

Flash_Forward_Photo_courtesy_of_Uncle_M

Flash Forward Photo courtesy of Uncle M

Es muss nur der Hinweis erlaubt sein, dass man das Gefühl nicht los wird, bei jedem einzelnen Track ein Deja-Vu zu erleben, weil man spürt, dass mögliche Inspirationsquellen (vielleicht unterbewusst) zu großen Einfluss auf das Songwriting ausgeübt haben. Der Mix aus Alternative- und Indierock gefällt trotzdem außerordentlich, v.a. da sich FLASH FORWARD referenziell bei den "guten" Bands bedient haben. 🙂

Album-VÖ: 09.08.2019