(Label: Big Scary Monsters; Vertrieb: AL!VE)

GENDER ROLES bringen mit 'Prang' am 30.08.2019 ihr Debütalbum nach 2 EP's heraus. (Mein absoluter Lieblingssong von GENDER ROLES: 'Teeth' auf der EP ''LAZER RUSH''). Aber nun schauen wir uns die Platte mal genauer an und versuchen herauszufinden was das ist und für wen das etwas ist. Dafür gehen wir das Album einmal chronologisch durch und ziehen später ein Fazit.

Schmutzig, stark und wild geht es hier zu. 'You Look Like Death' fühlt sich auf der Platte schon so geil an, dass man es überhaupt nicht erwarten kann den Song Live zu erleben und dabei abzugehen. Ich hatte mehrfach schon beim Hören das Bedürfnis aufzustehen und einfach alles umzuschmeißen. Hier haben wir einen Refrain, den man einfach nur noch mitgröhlen möchte: „You look like death (ehehehehehehe)“. Hierzu gibt’s sogar ein Musikvideo:

Genauso energiegeladen und grungy geht es vorerst in 'Always' weiter, wobei der Song bei etwa der Hälfte in sich zusammenbricht und sich das Instrumental erst einmal langsam wieder aufbauen muss. Mit der Pop-Rockigen Stimme geht es weiter in und durch den nächsten Song 'Deep End'. Zwischendurch werden Screamo Parts angeteasert, aber leider gibt’s die nicht wirklich ganz zu hören. Genauso auch im folgenden Song 'Heyy With Two Whys'. Der perfekte Moshpit-Song! Dann kommt 'Ickie'... Irgendwie wirkt der Song unfertig. Als würde man mit der Band im Proberaum stehen und diese Rohversion präsentiert bekommen. Die Übergänge von der Strophe in den Refrain wirken unfertig. Das sollen sie bestimmt auch, fühlt sich aber trotzdem nicht gut an. Jedoch bekomme ich hier meine gewünschten sanften Screamo Parts zum Schluss. In den nächsten Song fließen wir langsam herein mit einem kleinen ruhigen Dialog, dieser wird von einzählenden Drumsticks beendet und leitet in ein energievolles Chaos über namens 'If This Is Your War'. Dieser Song hat sehr interessante Strophen, sie sind anders als die Strophen in den Songs zuvor. Sie sind ruhiger und heben den Refrain somit noch einmal stärker hervor. Zum Schluss hört man das ausklirren der Saiten der Gitarre, welche vermutlich einmal mehr versuchen das vorhin bereits erwähnte „Live-Gefühl“ auf die Platte zu bringen. Mit der kleinen Verschnaufpause war's das aber dann nach ein paar Sekunden jedoch schon, denn der nächste Song ('Tip Of My Tongue') ballert sofort mit einem schnellen Gitarrenriff. 'Tip Of My Tongue' wirkt im Gegensatz zu 'If This Is Your War' schon fast eintönig. Durchgehend energiegeladen kann leider auch anstrengend werden. Dafür beginnt der nächste Song ('Schooles Out') umso langsamer, mit einem spannenden und merkwürdigerweise passenden Beat im Hintergrund, und baut sich perfekt auf bis zum Höhepunkt. Genauso auch im darauffolgenden Song 'If that's how you want it to be'. In den Stophen des letzten Songs 'Bubble' findet sich wieder ein merkwürdiger Beat. Er klingt fast wie die nervige Alarmanlage eines Autos. Hier findet die Band im Album keinen Höhepunkt, sondern eher ein Gefühl des „das darf es noch nicht gewesen sein“ und zieht damit den letzten Song extra lang. Die letzten Zeilen brechen zusammen, um sich wiederaufzubauen und mit vollem Einsatz dem Hörer zum Schluss noch eine zu verpassen. Dieses Auf-die-Fresse-Gefühl habe ich ansonsten im Album vermisst.

Was ist das also unterm Strich? Ein Album das verdammt energiegeladen ist. Es ist nicht zu hart und liegt nicht quer im Magen, es spült ihn höchstens mal durch und verpasst hier und da einen Tritt. Es ist ein Album mit starkem Live-/ Proberaumcharakter. Das soll nicht heißen, dass es schlecht produziert ist, es soll heißen, dass es animiert sich zu bewegen und einen mitnimmt und nicht bloß neben einem passiert. Der Zuhörer ist hier nicht bloß passiv daneben, sondern schon fast aktiv dabei. Ein Album das Live gespielt werden möchte. Ein Album das deutlich mehr (schon fast zu viele) Höhen als Tiefen hat. Aber für wen ist das was? Es ist etwas für jeden der es auch gerne mal härter mag, aber kein Geschrei braucht, um sich bewegen zu können. Für alle Pop-Rocker und auch Punks die mal kräftig ins Schwitzen kommen wollen. Heutzutage hat man schließlich mit Spotify oder auch YouTube die Möglichkeit einfach mal hereinzuschauen und wenn es euch gefällt, besucht ein Konzert von den Jungs! #gehtaufkonzerte!

Die drei besten Songs: 'If This Is Your War', 'You Look Like Death', 'Schooles Out'

Album-VÖ: 30.08.2019

Eine Rezension von Gast-Redakteur Robert Tappe (tapperobert.com)