(Rookie Records)

Das neunte Album im 35. Bandjahr. Das erste nach 9 Jahren Studioabstinenz (mal abgesehen von einer Split-Single von 2012 mit Pascow). Die SPERMBIRDS melden sich mit einem Paukenschlag zurück und man muss das Fazit einfach voranstellen: "Go To Hell Then Turn Left" ist eines der Punk-Alben 2019!

Frontmann Lee Hollis ist mit seinen 56 Jahren Lebenserfahrung noch immer (wenn nicht sogar mehr als je zuvor) wütend und angepisst und verpackt seine gesellschaftliche und politische Kritik in zynische Texte, die mit der Wucht von Hardcore und der Eingängigkeit des Punkrocks ihren perfekten Ausdruck finden. Die SPERMBIRDS spielen seit 1986 (fast) im gleichen Line-Up (nur ein Gitarrist wurde mal gewechselt) was man auch heraushört, da hier Menschen am Werke sind, die eingespielt und kompakt abliefern, da die Produktion sehr "live" klingt und dadurch die Authentizität greifbar ist. Mit dem Dreigestirn 'Breathe Deep', 'Got To Hell Then Turn Left' und 'Agent Nine' wird die Platte energisch eingeläutet. Toller Hardcore-Punk, der mit Melodien vorsichtig umgeht, aber dich trotzdem sofort am Haken hat. Es braucht nicht mehr als 1-2 Durchläufe und man ist geneigt zu sagen, dass "Go To Hell Then Turn Left" ein Meisterwerk des Genres ist. Ab und an klingen in punkto Phrasierung die Dead Kennedys durch, allerdings ist Mr. Hollis ein einmaliger Charakter, der durch sein akzentuiertes Wirken den Wiedererkennungswert der SPERMBIRDS ausmacht.

Das Album ist aggressiv, macht im Gegenzug aber verdammt viel Spass, weil es so abwechslungsreich gestaltet ist. Die SPERMBIRDS präsentieren aus ihrem Fundus des Hardcore ('All Rights Reserved', 'Thanks For Being Special') wie auch detailverliebten Punkrock der alten Schule ('If I Ever Find My Pants (Someone's Gonna Die)', 'A Quarter Till The End Of The World') und schrauben eine Platte zusammen, die in keiner Sekunde langweilig ist.

Liebe SPERMBIRDS: Schön, dass ihr wieder da seid! Und Danke, dass ihr uns "Go To Hell Then Turn Left" mitgebracht habt. 

Album-VÖ: 13.09.2019