(Pure Noise Records/ Soulfood)

MICROWAVE haben sich 2012 gefunden - seitdem sorgen in regelmäßigen Abständen Alben und v.a. EPs dafür, dass das Quartett aus Atlanta nicht in Vergessenheit gerät. Mit ihrem beherzten Mix aus Emo-Rock/ Grunge-Anleihen und Post-Core decken sie den Bedarf für viele Szene-Menschen teils exquisit ab. Nun ist also das dritte Studioalbum "Death Is A Warm Blanket" draußen - mal schauen, ob MICROWAVE ihren Geheimtipp-Status erweitern können.

'Leather Daddy' und 'Float To The Top' sind schonmal mächtige Statements, denn mit rigoroser Laut-Leise-Dynamik verstehen sie es die Mittel des frühen Grunge (Nirvana zu "Sliver"-Zeiten oder TAD) zu nutzen und mit den handwerklich klug gesetzten Indie-Gitarren eine Atmosphäre zu erschaffen, die den verzweifelt-wirkenden Gesang den nötigen Raum öffnen. Irgendwo zwischen Mudhoney, Radiohead und experimentellen Faith No More haben es sich MICROWAVE gemütlich gemacht. Zwischen all dem Geschrammel und Wall-Of-Sounds verstecken sich Melodien und Harmonien, die bereits beim ersten Hören umwerfend sind und beim zweiten Durchgang eine Eingängigkeit aufweisen, der man sich schwer entziehen kann/will (Beispiele: 'The Brakeman Has Resigned' oder 'Mirrors').

Dass die Truppe weiß, wie man einen Spannungsbogen baut, beweisen sie mit dem im Mittelteil angesiedelten Tracks 'Pull' (der zum Ende hin massiv ausbricht) und dem knapp einmütigem 'Love's Will Tear Us Apart'. Diese Mini-Verschnaufpausen sind auch gut getimt, denn so wirkt z.B. die Hymenhaftigkeit von 'Carry' gleich doppelt. 'Part Of It' beschliesst eine Platte, die nicht jedem gefallen will. MICROWAVE sind sich treu geblieben und haben auch aufgrund ihrer Authentizität das Prädikat "spannend" redlich verdient.

Album-VÖ: 13.09.2019