(Fat Wreck Chords/ Edel)

Wenn man Fan von SNUFF ist, muss man viel Geduld mitbringen, denn veröffentlichungswahnsinnig sind die Punker aus Hendon (nähe London) nicht zwingend. Zumindest seit das Millenium angebrochen ist, haben sich die älteren Herren zeitweise sehr rar gemacht. Mastermind, Sänger und Drummer Duncan Redmonds ist zwar vielbeschäftigt (u.a. als Tour-Trommler von Toy Dolls und diversen sehr empfehlenswerten Nebenprojekten wie Guns 'n Wankers, Dogpiss oder Billy No Mates), aber mit SNUFF dauerte es jetzt wieder über 72 Monate bis sie sich im Studio eingeschlossen haben, um 12 neue Songs einzuspielen.

SNUFF haben einen unnachahmlichen Sound erschaffen, der so dicht und straight ist, dass der Hörer nach wenigen Sekunden die Trademarks rausgefiltert hat. Durch die regelmäßige Nutzung von Orgel und Trompete wird zudem eine Abwechslung kreiert, die vielen Punkbands abgeht. SNUFF liefern Melodien, die man schwer aus dem Ohr bekommt und konnten in der Vergangenheit mit ihren Coverversionen Songs vergolden, die im Original eher mittelmäßig waren.

Mit ihrem neuen Album "There's A Lot Of It About" bekommt man das Gefühl dafür, wie es ist, wenn ein guter alter Bekannter zurückkehrt. Bereits der Opener 'Kings Of The Spanish Oi Scene' hat dich nach einigen Sekunden am Schlawittchen und du kannst gar nicht anders, als in den halbstündigen Wahnsinn der Platte einzutauchen. Feinstes Uptempo, der typische leicht-melancholische Sound und der vehemente Gesang von Herrn Redmonds machen aus (soviel Ehrlichkeit muss erlaubt sein) innovationsarmen Punkrock ein Erlebnis allererster Güte.

"There's A Lot Of It About" wird zukünftig in der Diskographie der englischen Punks einen hohen Stellenwert einnehmen, da bin ich mir sicher. Die Qualität der Platte steigert sich von Hördurchgang zu Hördurchgang, weil man immer mal wieder kleine Feinheiten entdeckt, die einzelne Tracks noch mehr erstrahlen lassen. Ich persönlich bin einfach glücklich, dass es SNUFF noch gibt und sie uns ein Punkrock-Album geschenkt haben, welches zu einem immerwährenden Begleiter in allen Lebenslagen "mutiert".

Als Anspieltipps empfehle ich: 'A Smile Gets A Smile', 'Hey Boff!', 'Bob's Song' oder jeden anderen der Platte! 🙂

Album-VÖ: 20.09.2019