(Quiet Panic & Bridge 9 / Soulfood)

Sogenannte All-Star-Gruppen sind meistens Versprechen, die selten eingelöst werden. Entweder ist die Erwartungshaltung zu hoch oder die geschriebenen Werke sind durchschnittlich bis belanglos. Klar, es gibt glorreiche Ausnahmen, aber im Grunde sind die Line-Ups eher Egotrips aller Beteiligten. Was das mit SPIRAL HEADS zu tun hat? Auch das New York/Boston-Trio rekrutriert sich aus Mitgliedern bekannter Bands. Hier sind es MGMT, Doomriders und American Nightmare (= Give Up The Ghost), die jeweils eine Person abstellen, um unter den Namen SPIRAL HEADS eine gleichnamige EP mit drei Songs zu veröffentlichen.

Obwohl sich die Hauptarbeitgeber in verschiedenen Genres (Elektro-Indie, Hardcore, Sludge-Metal) zuhause fühlen, wirkt "Spiral Heads" sehr homogen und versprüht trotz einiger Dissonanzen eine Frische und Leichtigkeit, die dem Projekt bereits jetzt eine respektable Daseinberechtigung gibt.

'Baby's Got Bangs' hat einen unglaublich sympathischen Vibe, der an englischen Punk der frühen 80er denken lässt - in zwei Minuten ist der Power-(Pop)Punk mit schrammeliger Gitarre und energischen Gesang schon vorbei und ist geradezu prädestiniert dafür, diverse Playlists einzuläuten. Das darauffolgende 'Done' lässt sich fünf Sekunden mehr Zeit, um einen Track aus alten Nirvana und The Damned zu kreieren, der einfach Spass macht. Eingängig, kratzig und auf Trends komplett geschissen. Wunderbar authentisch und angenehm zu Hören.

Der dritte Song 'A Number From Outer Space' gibt mit dem Songtitel die Richtung vor. Dieses mal dauert das Ganze genau fünf Minuten und verliert sich in sich wiederholenden Riff-Schleifen, die mit düsteren und intensiven Gesang einen New-Wave-Anstrich verpasst bekommen. Absolute Sogwirkung und verdammt gut umgesetzt.

"Spiral Heads" sollte in jede Plattensammlung Einzug halten, in der auch Tonträger von Minutemen, frühen Meat Puppets oder erwähnten Referenzen stehen. Man kann hoffen, dass SPIRAL HEADS nicht nur ein Projekt bleiben, sondern uns baldmöglichst mit einem vollständigen Album beglücken.

EP-VÖ: 25.10.2019