(Ear Music/ Edel)

Die aus Frankreich stammende LAURA COX ist ein echtes YouTube-Phänomen. Mit ihren hochgeladenen Videos, in denen sie bekannte Hardrock-Klassiker wie z.b. 'Sweet Child O' Mine' oder 'Sweet Home Alabama' genial covert, haben insgesamt fast 50 Millionen Views. Was lag also näher als eine Band zu gründen, überaus fähige und sympathische Musiker um sich zu scharren und Alben zu veröffentlichen, die auch die kompositorischen Fähigkeiten der talentierten Dame präsentieren. Nun gibt es also "Burning Bright" zu erwerben. Die Platte beinhaltet zenh Songs, die Frau COX gemeinsam mit ihrem Mitstreiter Mathieu Albiac geschrieben hat.

Fest verwurzelt im Blues, Country und Southern-Rock erlebt der Hörer ein wunderbar stringentes und fokussiertes Album, welches die Einflüsse deutlich macht, aber genug eigenes Potenzial in sich trägt, um nicht bloß als Tribut-Band wahrgenommen zu werden.

Handwerklich ist das mindestens auf den Punkt, wenn nicht sogar darüber hinaus, weil auch das Gefühl und die Liebe für die Musik einfließt. LAURA COX merkt man bei jeder Note an, dass sie von ganzem Herzen liebt, was sie tut. Das Gute (im Umkehrschluss aber auch Kritische): Kein Song auf "Burning Bright" ist ein klassischer Ausreißer, d.h. es wird nicht um den einen hitverdächtigen Track ein Album herumgebaut, sondern die Platte wirkt als Ganzes - sie ist homogen, unterhaltsam und für Liebhaber der o.g. Genres eine wahre Schatzgrube. Dieselbe Eigenschaft ist aber gleichzeitig ein klitzkleines Problem - aufgrund der gleichbleibenden Qualität der Stücke, fällt es schwer für den ungeübten Hörer Besonderheiten herauszufiltern. Als Anspieltipps schlage ich 'Bad Luck Blues', 'Here's To War' und 'Last Breakdown' vor, damit man sich einen guten Ersteindruck verschaffen kann. Auch der Besuch des YouTube-Kanals von LAURA COX kann dazu dienen, Neugierde zu entfachen.

Soviel sei aber gesagt: "Burning Bright" wird Menschen gefallen, die Extreme mögen, aber auch den Dire Straits nicht abgeneigt sind. Zudem sind die Einflüsse von ZZ Top nicht zu verleugnen. Außerdem dürften Fans von Aerosmith oder Cheap Trick ihre helle Freude an "Burning Bright" haben.

Album-VÖ: 08.11.2019