(Arising Empire)

Für Freunde des gepflegten Hardcores scheint es ein wirklich guter Herbst zu sein. Vor zwei Wochen gab es erst neue Alben von Counterparts und Stray From The Path, die bei uns beide sehr gut abgeschnitten haben, und nun steht mit "Valley Of Death" von LIONHEART direkt der potentielle nächste Knaller an. Das inzwischen sechste Album der Band, und Zweite nach der Auflösung und schnellen Reunion. geht dabei nur knackige 24 Minuten, welche sich über zehn Lieder erstrecken. Das mag nun, gemessen an der Länge, nicht besonders viel Material sein, aber die Frage ist ja auch, ob sich dieses hören lassen kann.

Der Titeltrack 'Valley Of Death' ist mit gerade mal 1:40 Minuten auch gleich das kürzeste Stück auf der kompletten Platte. Der instrumentale Part ist dabei eher ruhig und hat fast etwas beruhigendes an sich, was dabei im krassen Kontrast zu den Vocals steht. So richtig legt man dann erst mit 'Burn' los, welches genau wie der Vorgänger sich textlich mit dem Thema Depressionen beschäftigt. Die Riffs und Beats sind deutlich härter und im gewohnten LIONHEART Stil und so fühlt man sich sofort wieder zu Hause. 'For The Record' räumt dann mit den Kritikern auf, also quasi eigentlich auch mit dem, was ihr hier grade lest. So beschreibt man die Kritik die sie erhalten haben, dass sich die Themen immer um Schmerzen und Depressionen drehen. Man aber die Texte weiter so gestaltet, da man selber als das durchlebt hat. Auch das man sich nicht um die Verkaufszahlen der Alben schert wird besungen. Das ist quasi Punk in Reinkultur und gehört einfach dazu. Außerdem ist es auch sonst nen starker Song, der sich schnell im Kopf festsetzt. 'Rock Bottom' hat einen wunderbaren Gastauftritt von Jesse Barnett, dem Sänger von Stick To Your Guns, und auch sonst trifft es voll ins Schwarze. Bei 'When I Get Out' geht es nicht weniger hart zur Sache und 'Born Feet First' geht dann auch ungewohnt abwechslungsreich an die Vocals heran.

Photo courtesy of Arising Empire

Ordentlich auf das Gaspedal tritt man mit 'Scories From The Gutter', auch wenn es in der zweiten Hälfte die Geschwindigkeit rausnimmt und langsam ausfadet. Gaststar Nummer Zwei findet sich bei 'Before I Wake' mit Mr. Jet Black ein, welcher mit seinen Rap-Parts ein bisschen mehr Abwechslung in das Gesamtbild bringt. Auch 'In My Skin' und 'Draggin Heaven' sind tolle Lieder, zu denen es eigentlich aber auch nicht mehr viel zu erzählen gibt, außer das das Album zu den sanften Klängen von Tom Pettys Song Free Fallin endet.

Als Gesamtwerk mit der kurzen Laufzeit funktioniert "Valley Of Death" wirklich gut. Hauptsächlich gibt es tiefe Einblicke in die Seele des Frontmanns Rob Watson und das dargeboten in Form von kompromisslosen Hardcore Punk. Das fällt dann auch äußerst kurzweilig aus, da nicht ein Song  die Drei-Minuten-Grenze überschreitet. Allerdings sticht auch nicht ein Lied durch besondere Qualitäten hervor. Alle Lieder an sich sind treibend und gut, aber Ohrwürmer sollte man nicht erwarten. Bei einem Live-Auftritt der Jungs ist das aber auch gar nicht so schlimm und dafür gibt es jetzt nun wieder neues Material.

Album-VÖ: 15.11.2019