Am Sonntag den 17.11.2019 sollte es heiß werden in Hannover, denn in der 60er Jahre Halle der Faust gaben sich gleich fünf Bands an diesem Abend die Ehre. So war der Schuppen auch ausverkauft und der vollen Dröhnung Hardcore stand nichts mehr im Wege.

Bereits um 17.25 Uhr standen die Jungs von FALLBRAWL auf der Bühne. Die Ruhrpott-Kombo spielt einen relativ düsteren Hardcore mit Anleihen zum Death Metal und weiß tatsächlich schnell zu überzeugen. Blöd ist nur, dass in der Reihen niemand steht außer den Fotografen. Danach eine große Lücke bis zur Bar, dort beginnt dann die Menge. In der Lücke tanzt zwar eine Person sehr agressiv, aber das man nicht mal auf Bitte des Frontmanns weiter nach vorne aufrückt ist sehr schade. Nach gut 20 Minuten sind sie dann auch schon durch.

Als kurz nach 18 Uhr OBEY THE BRAVE aus Kanada die Bühne betreten ist die Menge dann auch zum Glück nach vorne gerutscht. Daher ist die Stimmung gleich um ein vielfaches besser. Der in die Metalcore-Richtung gehende Sound wird auf jeden Fall sehr gut aufgenommen. Mit wieder einmal 20 Minuten bleibt aber auch dies nur ein kurzer Ausflug in die interessante Klangwelt der Jungs.

Deez Nuts

Richtig agressiv soll es dann bei KUBLAI KHAN aus Texas zur Sache gehen. So richtig durchstarten will die Band beim Publikum aber nicht. So sinkt die Stimmung im Vergleich zu OBEY THE BRAVE wieder ein bisschen. Sie spielen dabei ihr Ding grundsolide 30 Minuten lang runter, aber so wirklich hängenbleiben will hier auch bei mir nichts.

Mit den DEEZ NUTS aus Australien geht es nicht nur in eine vom Rap dominierte Partyhardcore-Richtung, wie es sich herausstellt spielt hier sogar gerade der heimliche Headliner des Abends. Die Stimmung explodiert spätestens nach dem zweiten Song förmlich. Hier wird nicht nur laut mitgesungen, sondern auch der Moshpit hat es wirklich in sich und so mancher Besucher wird für die folgenden 45 Minuten zum Ping Pong Ball. Auch die Anzahl an Stage Divern ist beachtlich, spätestens nach einer Minute klettert wer anders auf die Bühne und springt von dort wagemutig zurück in die Menge. Die Band gibt sich dabei auch keine blöße und bietet ein von Hits gespicktes Set an. Nach dem Ende ist so mancher Fan schon sichtlich fertig und bereit sich trotzdem noch an der Bar auf die letzte Gruppe und damit den Headliner vor.

Mit einer guten Viertelstunde Verspätung entern dann LIONHEART um 20.30 Uhr die Bühne. Die Stimmung ist sofort wieder super, eskaliert aber nie mehr so stark wie bei den DEEZ NUTS zuvor. Es ist die Tour zum Album "Valley of Death", welches erst zwei Tage zuvor erschienen ist. Da die Tour aber bereits seit mehreren Wochen läuft, finden sich nur recht wenig Songs aus diesem Album in den Setlist wieder. Um genau zu sein werden nur die Songs 'Valley of Death', 'Burn', 'Rock Bottom' und 'Born Feet First' gespielt. Dafür gibt es dann halt eine gute Mischung aus allen Alben der Band. zu hören. Das kurze Cover von Rammsteins 'Du Hast' ist zwar recht überflüssig, aber heizt die Stimmung gut an. Aber selbst ein zweiter Coversong schafft es mit 'Fight For Your Right' der Beastie Boys auf die gerade mal einstündige Setlist. Stage Diver gibt es weiterhin genügend, der Pit ist ansehnlich und jedermann scheint viel Spaß zu haben. Außerdem kommt noch einmal JJ Peters von den DEEZ NUTS für einen Gastauftritt mit auf die Bühne.

Lionheart

Alles in allem erlebten die Besucher einen tollen und gelungenen Hardcoreabend. Gerade die Hardcoreszene kann in Hannover echt nicht meckern, da man hier relativ häufig mit guten Konzerten versorgt wird. Da freut es einen noch mehr, dass diese auch genügend Anklang finden und so freut man sich schon jetzt irgendwann wieder einen ähnlichen Abend in Hannover genießen zu dürfen.