(Long Beach Records/ Broken Silence)

Im 20. Bandjahr THE OFFENDERS gibt es mit "Class Of Nations" das achte Werk. Ursprünglich aus Italien stammend, mittlerweile teilweise heimisch in Berlin. Die Jungs haben eine Platte aufgenommen, die das Beste aus Punkrock, Oi (dem sie eigentlich entwachsen sind), Folk-Punk und Ska/Reggae-Einflüssen filtert und ein perfekt austariertes Album entstehen lässt. Dass sich THE OFFENDERS immer stärker den Sing-a-Long-Punkrock widmen, könnte am Einfluss des Nebenprojekts Brew36 liegen, an dem zwei Mitglieder beteiligt sind. Zudem sind THE OFFENDERS in der eher unpolitischen Streetpunk/Oi-Ecke ein strahlendes Licht, weil sie sich konkret gegen Faschos und konservatives Denken positionieren.

Mit dem Opener und gleichzeitig ersten Auskopplung aus "Class Of Nations" wird die musikalische Ausrichtung vorgestellt. 'Rose Thorn' (mit Gastsänger Frankie McLaughlin von The Rumjacks) ist ein Song, der früher "Gassenhauer" genannt wurde. Super eingängig und vielleicht auch vorhersehbar, aber ein großartiges Lied, welches sich einmal angehört, schwerlich aus dem Gehörgang kratzen lässt. 'Chaos FM' hat dann diesen hibbeligen Rhythmus, der auch Songs von Less Than Jake so besonders macht, v.a. da sich im Refrain die Energie Bann bricht ein und weiterer Hit geboren ist. Sänger Valerio klingt variabler als jemals zuvor, was den Songs sehr gut tut, da sie nun einen catchy Faktor dazubekommen haben.

THE OFFENDERS verstehen es vortrefflich bei jedem Song auf den Refrain hinzuarbeiten, der zuweilen gerne auch mehrstimmig angestimmt wird und dem Ganzen einen ordentlichen Partycharakter mit auf den Weg gibt, was aber keineswegs negativ besetzt ist. Entweder geht es mit straight-forward Punkrock zur Sache ('Left Behind', 'Wind & Flames'), die Ska-Punk-Songs bringen einen zum Tanzen ('Marchè', 'Spit Your Story') oder die erwähnten Folk-Elemente regen zur Bewegung an ('Obey' oder 'Rise And Shine').

Abwechslung wird groß geschrieben auf "Class Of Nations" - und man darf THE OFFENDERS dazu beglückwunschen, dass sie den Mut haben, sich der puren Eingängigkeit zu öffnen, denn so sind Songs entstanden, die Nachwirken und verdammt viel Spass machen.

Album-VÖ: 29.11.2019