(Homebound Records/ Membran)

Mit Album Nr.3 hat ein neuer Ansatz Einzug in das musikalische Schaffen des Künstlers JAWKNEE MUSIC gehalten. Waren die ersten Alben noch geprägt von einnehmenden Akustik-Punk/Folk, der es sich im Singer/Songwriter-Genre gemütlich gemacht hat, wird es mit "Heavy Heart" erstmals lauter - soll heißen, eine komplette Band steht dem Herren zur Verfügung, um seinen wunderbaren Kompositionen "Feuer unter dem Arsch" zu machen und die Songs noch wirksamer und energischer klingen zu lassen.

Alle Tracks auf "Heavy Heart" atmen dieses amerikanische Road-Trip-Klischee - man stellt sich fast einen Aussteiger-Film vor, der mit der Musik von JAWKNEE MUSIC untermalt ist. Inspirationen waren möglicherweise Bands wie The Hold Steady, Solokram von Brian Fallon oder die Einzigartigkeit vom "Boss" Bruce Springsteen. Wobei z.B. 'Kings For A Day' hymnischen Blues-Rock präsentiert, der sämtliche Qualitäten aufweist, die auch ein The White Buffalo drauf hat. 'Down The Drain' wiederum trägt eine Eingängigkeit in sich, die mit der punkrockigen Instrumentierung perfekt unterfüttert wird. Hit!

Die ruhigen Parts auf "Heavy Heart" werden mit 'Through The Eyes Of A Child' und 'Don't Give Up On Us' abgedeckt. Durch die perfekt aufgeteilte Tracklist entsteht eine Dynamik, der man sich schwerlich entziehen kann (warum auch?). Ein weiterer Höhepunkt, der in der Umsetzung nur als Band möglich war, ist sicherlich 'Limited Repertoire', der den perfekten Abschluß für "Heavy Heart" dargestellt hätte. Es folgt aber noch 'Voices', was mit seiner transportieren Dramatik irgendwie fehl am Platze wirkt, aber natürlich trotzdem mehr als solide ist - anders platziert hätte der Song vielleicht sogar noch mehr Wirkung entfalten können. Sei's drum - das ist Meckern auf hohem Niveau. 🙂

Nach mehrmaligen Anhören der Platte, sitze ich hier nun und denke: "WOW". JAWKNEE MUSIC schafft es mit seinen songwriterischen Qualitäten eine Wand aus Emotionen aufzubauen, die zwischen Bedächtigkeit, Enthusiasmus und v.a. Authentizität ihr Fundament hat. Mastermind Johannes hat sein gesamtes Herzblut in dieses laute-leise und sehr beeindruckende Werk einfliessen lassen und das hört man jeder Note an. Zum Ende des Jahres nochmal ein Highlight.

Album-VÖ: 13.12.2019