Auch wenn der Kalender bereits Dezember ausweist, wirklich kalt fühlt es sich auch an diesem Dienstagabend in Hannover nicht an. Dennoch haben sich nur wenige Leinestädter auf den Weg ins geschmackvolle Lux gemacht, um mit den STEREOKEYS und SPIELBERGS zwei hoffnungsvolle Indierock Fahnenträger zu begutachten.

Mit den STEREOKEYS steht heute die Sauerländer Band auf der Bühne, von der Gestromt-Kollege Marco Thiel euch bereits seit Monaten zu überzeugen versucht:

STEREOKEYS – II EP

STEREOKEYS – III

Den Vorschusslorbeeren werden sie dabei völlig gerecht. Der Sound passt, in der Band scheint es zu stimmen und die überschaubare Menge nehmen sie mit Humor. „Bitte kauft unser Merch, wir brauchen Spritgeld.“ - Da weiß man glatt nicht ob man lachen oder weinen soll, aber eines wird einem sogleich wieder bewusst. Das Leben als Indiemusiker ist derzeit kein Zuckerschlecken. Und da kann man noch so gute Songs in Petto haben, denn davon haben STEREOKEYS tatsächlich viele, was sie mit ihrem kurzen und knackigen Set unter Beweis stellen. Dabei können sie ihre Punkwurzeln niemals verleugnen, denn zwischen allen Hymnen und eingängigen Parts der Band schimmert auch immer etwas Gaslight Anthem Sound und DIY-Spirit in den Songs. Passenderweise spielte die Band in den Tagen zuvor bereits als Opener für Spanish Love Songs, was eine ebenso stimmige Kombination abgeben musste, wie an diesem Abend mit den SPIELBERGS.

Das SPIELBERGS Talent für gute Melodien und emotional ausgearbeitete Songs besitzen, darauf haben wir euch bereits mehrfach hingewiesen:

SPIELBERGS – Distant Star

SPIELBERGS – This Is Not The End

Live wirken die Norweger jedoch ebenso unterkühlt wie die Temperaturen in ihrer Heimat. Die Songs kommen zwar auf den Punkt und wirken fast wie 1:1 Kopien der Albumversionen, die Typen auf der Bühne wirken jedoch überaus schüchtern. Fast kommentarlos spielt man sich durch ein kurzes und knackiges Set, welches alle musikalischen Fixpunkte der noch jungen Bandkarriere beinhaltet. Bei zwei Eps und einem Album, allerdings auch nicht sonderlich schwer. Ansagen kommen, wenn überhaupt, nur von Sänger und Gitarrist Mads Baklien. Zurückhaltend, aber freundlich. Konversation innerhalb der Band gibt es ebenfalls so gut wie gar nicht. Und nach getaner Arbeit und den Smashern '4AM' und 'We Are All Going To Die' am Ende des Sets, verabschiedet sich die Band ohne Zugabe. Die Hits hat die Band ja im Gepäck, an der Bühnenpräsenz darf allerdings gerne noch gearbeitet werden.

burst

Photos by Marc Erdbrügger