(Celebration Records / Believe Digital)

Was erwartet man eigentlich für einen Sound, wenn man das Album einer Band einlegt, welche sich DEATH MACHINE nennt? Hartes Geknüppel und unverständliches Geschrei normalerweise, aber bereits da brechen die Dänen um den Leadsänger Jesper Mortensen geschickt die Erwartungshaltung. Denn bereits seit knapp fünf Jahren und der Distanz von über drei Alben verzückt die Band mit einem ganz und gar eigenwilligen Folksound.

Die Geschichte von DEATH MACHINE beginnt just in dem Moment als sich Leadsänger Jesper Mortensen ganz unten befindet. Freundin weg, Band aufgelöst, aus dem Job geflogen – und als könnte es nicht schlimmer kommen, gründet der Musiker kurzerhand das Musikprojekt DEATH MACHINE. Ein recht eigenwilliger Folk, der alles andere verspricht als erfolgreich zu sein. Die eigenen Schicksalsschläge kanalisiert der junge Musiker dann aber in seinem neuen Projekt und schafft es auf diese Weise DEATH MACHINE sooooo viel mehr Seele und Herz zu verleihen, dass man sich von anderen Genremitstreitern deutlich abheben kann und sich eine kleine dänische Fanbase erspielt. Nach dem 2015er Debüt ("Death Machine"), beinhaltet das 2017er Album ("Cocoon") mit 'Bleak' bereits einen kleinen Hit und mit Album Nummer drei, setzt das inzwischen zur Band gewachsene Projekt, nun zum ganz großen Wurf an.

So wie es sich anfühlt, hat Mortensen auf "Orbit" alles darangesetzt, seine musikalische Vision Wirklichkeit werden zu lassen. Inspiriert von klassischem Folk und dem New Wave der 80er Jahre, lassen DEATH MACHINE einen Sound erklingen, der nicht zu verkopft daherkommt, aber dennoch frisch und modern klingt. Und das ist auf den ausgetrampelten Pfaden der Folkmusik bereits eine besondere Leistung. Durch alle zehn Tracks des Albums weht dabei jedoch auch immer ein Hauch von Melancholie, welche ihren absoluten Höhepunkt im Track 'Someday' erreicht:

Interessant an der Arbeitsweise von DEATH MACHINE und Songwriter Mortensen ist sein selbst auferlegtes Dogma, dass jeder Song innerhalb von acht Stunden fertiggestellt sein muss. So wirken manche Stücke vielleicht etwas skizzenhaft ('Alien'; 'Tied'), andere Titel profitieren durch ihre Essenz auf das Wesentliche ('Moving Ocean'; 'Maze').

Unterm Strich funktionieren die Songs auf "Orbit" aber allesamt. Und mit 'Someday' und 'God Is On My Side' hat man dann sogar wieder zwei Hits Köcher, die gerne The Shins auf dem nächsten Indiesoundtrack beerben können. Auf diese Weise könnte dann auch die kleine dänische Fanbase weiterwachsen. Verdient hätte es Jesper Mortensen mit dieser Vita allemal.

Der Song für die Playlist/das Mixtape: 'Someday'

Album-VÖ: 15.11.2019

DEATH MACHINE - TOUR 2020

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