Vor einigen Jahren fand genau an dieser Stelle, um diese Zeit, regelmäßig dass GHVC Festival im - damals noch Ringlokschuppen – statt. Die ersten THEES UHLMANN Lieder fanden hier also ihre Uraufführung und beim diesjährigen Uhlmann Gig, knappe zehn Jahre später, fühlten sich die Nostalgiker an die gute alte Zeit erinnert. Mit GRILLMASTER FLASH stand ein Label-Kollege auf der Bühne und in das THEES UHLMANN Set hielten immer wieder einige Tomte Songs ihren Einzug. Somit geht der Abend durchaus als ein GHCV-Fest in klein durch.

Wer heute den Support machen sollte, blieb lange ein Geheimnis. Als Stage-Time wurde für 20:00 eine Überraschung verkündet und für 20:30 THEES UHLMANN.

Pünktlich zur Tagesschau begab sich THEES UHLMANN als Ansager auf die Bühne und bereitete das Publikum mit einigen lustigen Anekdoten auf den Bremer Singer/Songwriter GRILLMASTER FLASH vor, welcher auch bereits in den Gestromt-Kosmos Einzug gehalten hat:

GRILLMASTER FLASH – Stadion

Seine „Stadionrocksongs für kleine Clubs mit smarten, humorvollen Texten über Bier, Metal, Geld, Liebe und alles dazwischen“ gab Grilli auch an diesem Abend zum Besten. Bei dem aufgeschlossenen THEES UHLMANN Publikum funktionierte das prächtig und der norddeutsche Musiker wurde seinem Doppelauftrag mehr als gerecht. Zum einen versetzte der das Publikum mit seinem launigen Set in steigende Spannung und zum anderen wird sicher auch der ein oder andere mal wieder bei Grilli vorbeischauen, wenn er denn in der Nähe spielt. In diesem Zusammenhang weisen wir auch gerne auf die aktuelle Crowd-Funding Kampagne des Musikers hin, mit der er sein nächstes Album finanzieren möchte. Unterstützer finden alle weiteren Infos unter:

https://www.ghvc-shop.de/von/crowdfunding

Ab 20:30 legte die THEES UHLMANN Kapelle dann los wie die Feuerwehr. Wer einen Song wie 'Ich Habe Fünf Jahre Nicht Gesungen' im Repertoire hat, der muss ihn natürlich als Opener des Sets abfeuern. Mit 'Danke Für Die Angst' folgt direkt der nächste neue Track, bevor man mit 'Die Toten auf dem Rücksitz' einen Block mit älteren Hits ('Zugvögel'; '& Jay-Z singt uns ein Lied'; 'Mädchen von Kasse 2') eröffnet.

Es fällt auf das die neue Uhlmann-Band eine leicht andere Dynamik auf der Bühne verströmt wie die bereits bekannten Haudegen. Die Truppe nimmt sich noch mehr zurück und lässt die Show somit wirklich zu einem gefühlten Thees Solo-Abend werden. Das dieser verdammt gut drauf ist und auch einige neue Geschichten in petto hat, beweist er immer wieder mit lustigen aber auch mal ernsten Ansagen. Vor allem seine Abrechnung mit dem deutschen Hip Hop Publikum hat es wirklich in sich und könnte für einigen Zündstoff sorgen, wenn dieses Szene es denn überhaupt mitbekommen wird. Auf jeden Fall die passende Ansage für 'Ich bin der Fahrer, der die Frauen nach HipHop Videodrehs nach Hause fährt'. In der Konzertmitte folgt ein Part der gefühlt etwas durchhängt. Die in meinen Augen etwas lahmen Tracks der neuen Platte versammeln sich hier allesamt und auch die Toten Hosen Cover Nummer 'Liebeslied' ist jetzt nicht gerade Frischware bei einer THEES UHLMANN-Show.

Dennoch bekommen Bandleader und Musiker nochmal die Kurve und verleihen dem Konzert somit einen bis zum Schluss steigenden Spannungsbogen, was ich persönlich immer sehr mag auf Live-Konzerten. 'Katy Greyson Perry' markiert den Wendepunkt und leitet in die Rock-Show des Abends ein. Das man dann am Ende des Sets sogar vier (!!!) Tomte-Klassiker zählen kann, trägt ebenfalls zu einer gelungenen Show bei. Der aktuelle UHLMANN erhält somit unsere Empfehlung.

Photos by Marc Erdbrügger