(Inside Outmusic/ Sony Music)

Dream Theater, Guns 'n Roses, Journey, Mr. Big. Nur ein kleiner Auszug der Vita aller Mitglieder von SONS OF APOLLO, die sich im Jahr 2017 zusammengefunden und mit ihrem Debüt "Psychotic Symphony" bewiesen haben, das sogenannte Super-Groups durchaus überzeugende Platten abliefern können. Trotz der individuellen Klasse aller Beteiligten, wurde die Musik in den Fokus gerückt ohne dass die einzelnen Egos darunter leiden mussten. Nun hat ein neues Jahrzehnt begonnen und SONS OF APOLLO sind so frei und nennen ihr Album dementsprechend "MMXX". Acht Kompositionen haben es auf den Tonträger geschafft und bei einer Gesamtspielzeit von knapp einer Stunde, kann man bereits erahnen, dass sich die Musiker nicht lumpen lassen und ausufernde Heavy-Nummern geschrieben haben, die das Adjektiv "progressiv" verdient haben.

Ich habe leider keine Musik studiert, noch spiele ich selbst ein Instrument. Ich bin begeisterter Musikhörer, öffne mich gerne neuen Stilen (sofern sie "handgemacht" sind) und freue mich über Neuentdeckungen genauso wie über Klassiker. Ein Genre, welches ich aufgrund des erhöhten Anspruchs bisher eher links gelassen habe, ist der des Progressive-Rock/Metal, wie ihn Bands der Marke Opeth, Rush, Queensryche oder eben Dream Theater zocken. Mir ist es also nicht gegeben eloquent über die präsentierte Musik von SONS OF APOLLO zu referieren. Die Komplexität der Kompositionen nötigt mir Respekt und Ehrfurcht ab. Das Einzige was ich bewerten kann, ist, ob es mich auf der Gefühlsebene erreicht und begeistert. Und das schaffen SONS OF APOLLO größtenteils, denn Stücke wie beispielsweise 'Goodbye Divinity', 'Wither To Black' oder 'Asphyxiation' sind nicht nur Fingerübungen für die beteiligten Vollprofis, sondern überzeugen auch strukturell. Es werden wunderbare Dynamiken aufgefahren, die Eingängigkeit und Anspruch miteinander verweben und als Ergebnis Songs anbieten, die mit Energie nach vorne schieben, aber dennoch so feine Nuancen und Facetten beinhalten, dass man sich mit den Liedern stundenlang beschäftigen könnte.

Man merkt, dass SONS OF APOLLO Musik lieben, ja quasi atmen. Die weiter ausholenden Tracks wie 'King Of Delusion' (8:48 Minuten) oder der Abschluss 'New World Today' (15:50 Minuten) sind erstmal Brocken, die man knacken muss, aber auch hier ist das Kollektiv fokussiert und stellt den Song in den Mittelpunkt. Jeder Musiker darf sich natürlich austoben und macht dies professionell und kurzweilig. Mich persönlich stören die teils ausgiebigen Keyboard-Parts, die die natürliche Heavyness von "MMXX" etwas ausbremst. Im Großen und Ganzen ist die Platte aber überraschend stringent und zugänglich.

"MMXX" ist vielleicht kein Meilenstein geworden, aber ein mehr als solides Album, welches mit der Zeit wachsen kann. Für Musik-Nerds gibt es sicherlich viel zu entdecken, ich beglückwünsche SONS OF APOLLO zu einer spannenden Platte, die ihre Fans finden wird.

Album-VÖ: 17.01.2020