(Specialist Subject Records/Broken Silence)

Das AJJ den Schalk im Nacken sitzen haben, ist einem entweder hinlänglich bekannt oder es fällt einem wie Schuppen von den Augen, wenn man die Vorabsingle und Eröffnungnummer ‘A Poem’ hört: “Songs are just commercials for unimportant assholes”:

Selbstironie und Komik auf der Metaebene. So geht das hier in einer Tour. Irgendwo klingt das im Herzen noch nach Punk, vor allem wenn man sich die eigenwilligen Lyrics genauer vornimmt, jedoch ist das Folk-Element hier eindeutig bestimmender. Inhaltlich haben sich die beiden Bandköpfe Sean Bonnette und Ben Gallaty für ihre Songs direkt aus der Tageszeitung oder durch Twitter inspirieren lassen. Ein Ansatz, der dann zu solch seltsamen Songtiteln wie 'Mega Guillotine 2020' führt. Der Track wurde vom unterhaltsamen Twitter-User @leyawns beeinflusst, der ein Bild vom Modell einer Guillotine im Stil der französischen Revolution mit einer Klinge und genügend Kopfstützen für 15 Kongressmitglieder twitterte.

Die stärksten Momente auf “Good Luck Everybody” finden sich aber immer genau dann, wenn sich die Melancholie in den Songs Bahn bricht. So besticht vor allem der Drei-Song-Block aus ‘Body Terror Song’, ‘Feedbag’ und ‘No Justice, No Peace, No Hope’. Musikalisch ist das alle deutlich näher an einer Folk-Platte als an dem Skateboard-Sound, für den die Band ebenfalls mal stand. Das klingt über weite Strecken gefällig, aber die Stärken von “Good Luck Everybody” liegen eindeutig auf der lyrischen Ebene.

"Good Luck Everybody" ist eine Sammlung aus Songs, die zweifellos im 15-jährigen Katalog der Band herausstechen werden. Wenn man sich allerdings fragt, ist das noch Punkrock? Dann hat man einfach die falsche Frage gestellt.

Der Song für die Playlist/das Mixtape: ‘Body Terror Song’

Album-VÖ: 17.01.20