(Findaway Records / Soulfood)

Nach 18 Jahren ist es nun aber endgültig Zeit erwachsen zu werden. Bereits beim Vorgängeralbum von "Ja Als Ob", "All We Know", haben ITCHY ihren bescheuerten Bandzusatz „Poopzkid“ abgelegt. Nur zwei Jahre später erfolgt der nächste Kurswechsel - Sibbi, Panzer und Max singen nun deutsch.

Böse Zungen werden nun sagen, dass man lediglich an die Erfolgswelle deutschsprachiger Musik andocken möchte. So beschreitet man nun den gleichen Weg wie die Donots, Smile and Burn (um Gottes Werk zu nennen), Sarah Connor oder Sasha (um des Teufels Beitrag zu benennen). Ob das jetzt Trittbrettfahrerei ist oder man wirklich über die Jahre hinweg über 50 deutschsprachige Demosongs angehäuft hat, ist letztendlich auch egal. Das entscheidende ist das Qualitätsmerkmal welches "Ja Als Ob" aufweisen möchte.

Als Opener gibt es die Vorabsingle 'Faust', welche bereits vor einigen Wochen aufhorchen ließ. Die Nummer zündet, auch wenn sie sich wie ein Cover der befreundeten Band Montreal anhört. Aber solche Querverweise ziehen sich durch "Ja Als Ob" wie ein roter Faden. Denn das Alleinstellungsmerkmal bleiben uns ITCHY über die Dauer von 13 Songs schuldig. 'Ich Wollte Nicht' klingt wie Madsen (passenderweise mit Sebastian Madsen als Feature Gast), 'Unser Lied' wie eine Donots Ballade, 'Beyonce & Jay-Z' wie eine Schmutzki Nummer und 'Meine Fresse' atmet tatsächlich den Ärzte Vibe.

Das sich die Band musikalisch etwas weiter öffnet im Vergleich zu den bisherigen Alben ist jedoch ebenfalls nicht von der Hand zu weisen. Nummern wie 'Ja Als Ob' oder 'Herzlich Willkommen' transportieren den Funk aus dem Proberaum direkt auf die Platte. Funktioniert aber irgendwie nicht so hundertprozentig. Anders sieht es bei den ruhigen Nummern aus. Dass die Band bei den Quasi-balladen ihr bestes Bild abgibt ('Pflastersteine'; 'Unser Lied'), hat man bereits auf sieben vorhergehenden Alben bewiesen.

Was man ebenfalls in 18 Jahren Bandgeschichte unter Beweis gestellt hat, ist dass man eindeutig zu der guten Seite gehört. Egal ob im Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit oder für den Umweltschutz: Die Zusammenarbeit mit NGOs wie PRO ASYL, KEIN BOCK AUF NAZIS oder OCEAN CARE zieht sich ebenfalls wie ein roter Faden durch das Schaffen von ITCHY. Vor diesem Hintergrund ist es dann schon wieder etwas enttäuschend, dass man trotz gefallener Sprachbarriere, mit 'Nicht Weg' lediglich einen politischen Song auf dem Album hat.

Im Frühjahr 2020 begibt sich die Band auf große Albumtour mit Stopps in Deutschland, Österreich, Tschechien und der Schweiz.

19.03. DE - Wiesbaden @ Schlachthof
20.03. DE - Köln @ Live Music Hall
21.03. DE - Hamburg @ Markthalle
27.03. DE - Dresen @ Beatpol
28.03. DE - Berlin @ Festsaal Kreuzberg
03.04. DE - Nürnberg @ Hirsch
04.04. CZE - Prag @ Rock Cafe
17.04. DE - München @ Backstage
18.04. AT - Wien @ Flex
24.04. CH - Zürich @ Dynamo
25.04. DE - Stuttgart @ LKA Longhorn
Präsentiert von: Kein Bock Auf Nazis, Diffus, Laut.de, Schall

Der Song für die Playlist/das Mixtape: 'Pflastersteine'

Album-VÖ: 07.02.2020