(Arctic Rodeo Recordings/ Broken Silence)

Die Hamburger BARRELS konnten uns schon mit ihrem Debüt "Invisible" überzeugen:

BARRELS – Invisible

Da das Album bereits fast vier Jahre auf dem Buckel hat, überrascht die Veröffentlichung der neuen selbstbetitelten EP schon etwas, da der Eindruck entstehen konnte, dass BARRELS nicht mehr als ein einmaliges Projekt waren. Dem ist zum Glück nicht so, denn sonst würde dem geneigten Zuhörer ein großartiges akustisches Erlebnis vorenthalten. Der Sound hat sich nicht groß verändert - und das ist gut so. Einzig die Kompaktheit und das fokussierte Songwriting wurden noch klarer herausgearbeitet, was den fünf Songs verdammt gut tut.

'Wrong Wings' rockt in bester Helmet-Manier los - präzises Riffing und tadellose, weil energische Drums geben den Takt vor. Der ein wenig an Blake Schwarzenbach (Jawbreaker) erinnernde Gesang, gibt dem Ganzen einen melancholischen Unterton, der BARRELS einen Wiedererkennungswert generiert, der nicht unwichtig ist, bei der Fülle an aktuellen Veröffentlichungen.

In die Produktion sind Emo-Core-Legenden wie Dan Coutant (Joshua) und J. Robbins (Jawbox, Burning Airlines) involviert, was den internationalen Standard erklärt. Auch das verantwortliche Label Arctic Rodeo Recordings wurde mit bedacht gewählt - steht dieses doch für liebevolle und exclusive Platten aus dem weiten Feld der emoesken Welt. Dass Chef Frederic Sänger von BARRELS ist, ist natürlich kein Nachteil. 🙂

Wer Bock hat, sich von noisigen Kanten und druckvollem Rock umblasen zu lassen, sollte sich die vorliegende EP ins Haus holen. Denn Lieder wie 'The Whisperings Within' (kennt noch jemand Far?) oder 'Read After Burning' (punkiger Beginn, was sich im Laufe des Songs aber zu einem drängenden Noiserocker entwickelt) lassen keinen Zweifel entstehen, dass man es mit versierten Musikern zu tun hat, die mit Herzblut bei der Sache sind und ihre musikalische Sozialisation mit eigenen Interpretationen Revue passieren lassen. Und der letzte Song 'Lights Off' toppt nochmal alles - über sieben Minuten, die in keinster Weise langweilen und einen postrockigen Abschluss finden, der nicht hätte besser gewählt werden können.

Mit der neuen EP haben BARRELS ein wahres Pfund abgeliefert und dürfte allen gefallen, die auch Platten der genannten Referenzen im Schrank stehen haben.

EP-VÖ: 07.02.2020