(Spinefarm Records)

Seit etwas mehr als einem Jahr existiert die Band BRKN LOVE. Mastermind Justin Benlolo hat bereits nach Abschluss seiner schulischen Karriere den festen Willen in sich getragen einer Band vorzustehen, die seine Liebe zum klassischen Alternative-Rock Ausdruck verleiht. In Verbindung mit modernen Elementen des Genres möchte er eine Version erschaffen, die die typischen Stilmittel präsentiert, aber auch einen Wiedererkennungswert generiert, der BRKN LOVE aus der Masse der Bands hervorstechen lässt.

11 Tracks sind auf dem selbstbetitelten "Brkn Love" zu finden und bereits die ersten Songs 'I Can`t Lie' und 'I See Red' zeigen, wohin die Reise gehen soll. Eingängiger alternativer Rock, der sich den technischen bzw. heutigen Produktionsmöglichkeiten teils unterwirft, was zu einem eigenartig klinischen Sound (v.a. die Drums) kulminiert. Sänger Benolo hat durchaus Fähigkeiten, die das Ganze über das Mittelmaß hinaustragen, allerdings ist das Songwriting beim ersten Hören nicht besonders spektakulär geraten. Die Songs wirken etwas ziellos - 'I See Red' gar wie eine Mischung aus Lenny Kravitz und Sunrise Avenue.

Ein erstes Aufhorchen gibt es bei 'Shot Down', der straight nach vorne rockt und einen leichten Southern-Rock-Einschlag hat. 'Seventeen' z.b. leiht sich einige Elemente aus dem Neo-Grunge, dessen Feld auch Puddle Of Mudd bearbeiten. 'Complicated' oder 'Oxygen' versuchen erfolgreich das Formatradio zu entern, langweilen also mit tausendmal gehörten Harmonien. Wobei, so richtig schlecht ist das Alles nicht, aber so belanglos arrangiert, dass wenig hängenbleibt. Leider.

'Don't Panic' ist wieder so ein kleiner Ausreisser nach oben, was der Tatsache geschuldet ist, dass er klassisch rockend ist und sich wenig um radiokompatible Einschübe kümmert. Der letzte Song 'In Your Hands' beginnt wie ein Limp Bizkit-Vehikel und findet in Folge genau die richtige Mischung aus gesanglicher Leistung und dynamischer Struktur.

Wenn die ganze Platte wie die letzten beiden Songs reinknallen würde, hätte "Brkn Love" richtig Spass gemacht. So bleibt ein Album, welches seine Momente hat, aber zu unausgegoren daherkommt, um in Gänze zu begeistern.

Album-VÖ: 14.02.2020