(Anchor Eighty Four Records)

CHURCH GIRLS gehören zu der Gattung der Indie & Post-Punk-Bands aus Philadelphia an der US Ostküste, bei denen man sich fragt, warum der endgültige Durchbruch eigentlich immer noch auf sich warten lässt. Bereits seit 2014 zimmert die Band um Sängerin Mariel Beaumont immer wieder neue Songs in einer erstaunlich stark bleibenden Qualität. Und auch da bildet der neue Longplayer keine Ausnahme.

Trotz offensichtlicher Einflüsse von Bands und Künstlern wie Great Grandpa, Chris Farren und Hop Along klingen CHURCH GIRLS doch angenehm eigenständig und eigenwillig. Und keine Sorge, den bei allen Querverweisen kreieren CHURCH GIRLS stets originelle Stimmungsbilder, ohne dass man Plagiatsvorwürfe erheben müsste. Die musikalische Ausrichtung wurde gegenüber dem Vorgänger Album aus 2018 leicht neu justiert. Dem cleanen Indierock von "Home" wurde eine deutliche Spur Aggressivität und Härte hinzugefügt. Die oftmals versöhnlichen Stimmungsbilder des Vorgängers, wirken nun endgültiger und kompromissloser. Eine nicht zu unterschätzende Wirkung, wenn man sich klarmacht, dass die Songs thematisch vor allem um Beziehungsenden kreisen.

CHURCH GIRLS by Natalie Piserchio

Als größtes Faustpfand erweist für die Ostküsten Band dabei der markante Gesang von Bandkopf Mariel Beaumont, wie z.B die beiden Vorabnummern 'Nothing' und 'Could 've Been' beweisen. Was der Band allerdings über Albumlänge noch abgeht, ist dieser WTF-Moment, der die Band über die genreverwandten Kollegen hebt. Trotz alledem finden sich ein halbes Dutzend ordentlicher Geradaus-Stampfer, die einem jedem Post-Punk-Fan ein Lächeln ins Gesicht zaubern mögen. Mein Anspieltipp:

Der Song für die Playlist/das Mixtape: 'Recede'

Album-VÖ: 07.02.2020