(Bloodstream/The Orchard/Indigo)

Für das erste Album hast Du ein ganzes Leben Zeit, für das zweite nur ein paar Jahre. Dennoch haben sich MEMORIEZ nicht hetzen lassen und veröffentlichen nach sieben Jahren mit "Holymodernothing" den Nachfolger ihres Debüts.

Auch beim Release des eigentlich fertigen Albums haben sich die Hamburger von ihrer entspannten Haltung beeinflussen lassen. So erschienen die einzelnen Tracks von "HOLYMODERNOTHING" bereits vor der Album-Veröffentlichung im Abstand von zwei Wochen als digitale Streams, so dass der Hörer die Möglichkeit bekommt, jeden Song für sich selbst zu betrachten, ihm Zeit zum Wachsen zu geben.

Für den Gesamtkontext des Albums erscheint mir diese Vorgehensweise nicht unbedingt notwendig, denn die Stimmung auf "Holymodernothing" besticht durch ihre Homogenität. Ruhig, ausgefeilt und anspruchsvoll. Die Pressemitteilung spricht von einem „Vintage-Sound“ und trifft damit eigentlich den Nagel auf den Kopf. 'Creep The Cradle' eröffnet den zurückgelehnten Songreigen und gönnt sich dennoch einen catchy Refrain. 'Wheel Of Fortune' beweist, dass die Band ihre Akzente nie hysterisch setzt, sondern stets konzentriert. 'High Hopes' und 'There Is A Cloud' kommen als Soundtrack in jedem Roadmovie unter und 'Yes I Know' geht glatt als gelungene Eeels Nummer durch:

Neben der US-amerikanische Rockband finden sich Künstler wie Mac DeMarco, Beck oder auch Future Islands unter den Referenzen des MEMORIEZ Sounds. Neben all der Gelassenheit die "Holymodernothing" auf der ersten Plattenhälfte in Aussicht stellt, beweist die Band mit Stücken wie 'Let It Be Alright' oder auch 'Something On My Mind', dass man es auch beschwingter kann, wenn es denn unbedingt sein muss.

Unterm Strich bleibt jedenfalls festzuhalten das MEMORIEZ mit ihrem Zweitwerk einen erstaunlichen Spagat hinlegen. Die Platte wirkt sowohl zeitlos als auch zeitgemäß.

Der Song für die Playlist/das Mixtape: 'Yes I Know'

Album-VÖ: 14.02.2020