CROSSFAITH scheinen ihre deutschen Fans echt lieb gewonnen zu haben. Erst im Oktober 2018 spielten sie letztes mal im Logo und letztes Jahr im August waren sie gar in Hannover zu Gast. Und nun also wieder der Szeneclub in Hamburg und das ohne groß neues Material in petto zu haben. Ich gönne den Jungs ja wirklich mal größere Clubs und das Logo ist wohl auch der kleinste Schuppen der aktuellen Tour gewesen, aber in Hamburg zieht es sie immer wieder hier hin. Aber anscheinend war es auch nicht die schlechteste Wahl, denn es war nicht ausverkauft, aber gut gefüllt. Von den letzten drei Headlinershows dürfte es aber der am wenigsten frequentierte Gig gewesen sein. Könnte daran liegen, dass die Jungs nun relativ häufig hier sind oder auch, dass die 2018er Show in Hamburg grade mal eine Stunde lang ging.

Los ging es um 20 Uhr aber erstmal mit BLACK FUTURES, einer zwei Mann Band aus London, welche elektronischen Rock zum Besten gibt. Hinter den Instrumenten befinden sich dabei zwei Songwriter, die auch schon für Größen wie The Prodigy Lieder geschrieben haben. Die Musik ist frisch, anders und abwechslungsreich. Ein Teil der Menge springt gut drauf an und macht Party und der Rest nimmt es zumindest nicht abgeneigt mit einem Bier in der Hand wahr. So springt der Gitarrist und Sänger doch glatt runter in die Menge und spielt einen Song während er durch das ganze Logo geht. Eine echt coole Aktion. Nach 30 Minuten ist ihre Show dann beendet und am Merch finden sie die ersten alten und neuen Fans ein, um mit der Band zu schnacken.

Gegen 21 Uhr entern dann OCEAN GROVE aus Australien die Bühne. Musikalisch sind sie sehr divers und geben in ihren acht Stücken, viele verschiedene Stile zum Besten. Vom Nu Metal der Marke Limp Bizkit bis hin zum frühen 2000er Punk ist hier alles dabei. Sänger Dale gibt dabei den vollen Körpereinsatz und bewegt sich auf der Bühne sehr viel hin und her. Aber auch Bassist Twiggy ist eine Stimmungskanone und optisch bringen die Jungs sowieso sehr viel Material für den Sehnerv mit. Es ist nun auch deutlich mehr Bewegung in der Menge und man merkt das man diese Band auf jeden Fall auf dem Radar haben sollte. Auch hier ist nach gut 30 Minuten Feierabend.

Gegen 21.40 Uhr beginnt dann das DJ Set von CROSSFAITH, welches mit Technotracks langsam aber sicher auf deren Show einstimmen soll. Pünktlich um 22 Uhr geht es dann mit 'Destroy' los und die Menge tobt. Bereits der zweite Song ist dann mein persönlicher Lieblingstrack und zwar 'Monolith', welcher auch dieses Mal mein absolutes Highlight ist. Mit 'RX Overdrive' folgt dann eine Überraschung, da dieser gar nicht so oft seinen Platz in der Setlist findet. Nun gibt es eine fast vierminütige Pause, da Ken 'Jägerbomb' ankündigt, das Barpersonal aber etwas lange braucht um ihm eine solche zur Bühne zu bringen. Und im Endeffekt war es auch gar keine Bomb, sondern nur ein schnöder Jägermeister. Das Lied knallt allerdings wie eh und je! Nach 'Freedom' folgt mit 'Endorphin' der noch sehr frische neue Song, welcher live bei mir deutlich besser zündet als in der Studioversion. Das Prodigy-Cover 'Omen' wird anscheinend auch nie mehr von der Setlist fliegen, aber als es danach, nach grade einmal 36 Minuten Spielzeit, heißt nun komme der letzte Song, schüttelt man doch etwas unglaubwürdig den Kopf. Lag es also 2018 doch nicht am verletzten Drummer, wie damals von mir vermutet. Natürlich ist 'Countdown to Hell' gar nicht das letzte Stück und es folgen nach kurzer Pause noch 'Catastrophe' und 'Leviathan'. Nach gut 55 Minuten ist dann aber wirklich schon Schicht im Schacht. Es wird noch fix ein neues Album für diesen Frühling angekündigt und man verrät, dass man im Sommer schon wieder hier auf Tour sei.

Ja, die Vorbands waren geil und auch CROSSFAITH haben gewohnt abgeliefert. Aber als Headliner nichtmal eine ganze Stunde zu spielen, bei einem Ticketpreis von inzwischen über 30€ finde ich dann doch schwach. Immerhin kommen die meisten Leute ja wegen dem Headliner und da sollte man die 75 Minuten Grenze eigentlich schon einhalten. Wenn das neue Album aber das Qualitätsniveau der Band hält, werde ich im Sommer bestimmt wieder bei einer Show vorbeigucken, um eben diese neuen Stücke live erleben zu dürfen. Und vielleicht spielt man dann ja wieder länger.