(Century Media)

BODY COUNT, die legendäre Crossover Band von Rapper und Schauspieler Ice-T, scheinen wirklich ihren zweiten Frühling zu feiern. In den 90ern gab es drei Alben und dann verstarben viele Mitglieder und erst 2006 gab es ein weiteres Album, als Ice-T die Band komplett neu aufbaute. Aber auch dann dauerte es bis 2014, bevor mir "Manslaughter" eine weitere Platte erschien. Seit dem gab es aber nun tatsächlich kontinuierlich neuen Output, so folgte 2017 "Bloodlust" und nun, zum 30 jährigen Bandjubiläum, steht mit "Carnivore" der siebte Langspieler in den Startlöchern.

Beim Titeltrack 'Carnivore' geht es direkt derb zur Sache. Ice-T rapt wie eh und je und die Instrumente scheppern ohne Kompromisse und dazu Lyrics die es gesellschaftskritisch faustdick hinter den Ohren haben. Hier kriegt man einfach genau das, was man sich beim Namen BODY COUNT erhofft. Bei 'Point The Finger' gibt es das erste von drei Gastfeatures auf "Carnivore" und zwar ist hier Riley Gale von Power Trip mit von der Partie. Hier wird alles noch eine ganze Ecke thrashiger und damit auch agressiver. Es handelt sich hierbei um einen Song gegen Polizeigewalt und da sind die Agressionen auch sicherlich nachzuvollziehen. Die Qualität stimmt hier auf jeden Fall, genau so wie bei 'Bum-Rush', welches super ins Ohr geht und für mich mit das Highlight der CD darstellt. Der obligatorische Coversong ist diesmal 'Ace of Spades' von Motörhead und natürlich eine ziemlich geile Nummer.

Bei 'Another Level' handelt es sich um ein etwas langsameres Stück, bei dem Jamey Jasta mitgewirkt hat, mich persönlich aber nicht so sehr mitreißt. Bei 'Colors' zieht Ice-T seinen eigenen Song durch den Crossover-Fleischwolf. Das Ergebnis kann sich hören lassen und es ist fast erschreckend wie gut dieses Lied sich auf den BODY COUNT Stil umschreiben ließ. Zu 'No Remorse' gibt es eigentlich nicht viel zu schreiben, daher widme ich mich lieber gleich 'When I'm Gone'. Dieses Stück ist nach dem Mord an Nipsey Hussle entstanden und unterscheidet sich schon allein durch den Gesang von Amy Lee sehr von den vorherigen Liedern. Die volle Ladung Thrash gibt es noch einmal bei 'Thee Critical Breakdown', welches wirklich einfach direkt einen Schlag in die Fresse darstellt. Hier dominieren die Metalelemente deutlich über die Hip-Hop Elemente, welches vor allem an der instrumentalen Seite liegt. Und der titelgebende Breakdown wird dann auch sehr humoristisch umgesetzt.

Zum Abschluss heißt es 'The Hate Is Real' und man wird auf einem hohen Niveau aus dem Album entlassen. Als Bonustracks erwarten einen noch '6 In Tha Morning', welches eine unveröffentlichte Demo ist und zwei Liveaufnahmen.

"Carnivore" ist genau das Album, welches man von BODY COUNT erwarten konnte. Ice-T rapt immernoch verdammt gut, die instrumentale Seite ist härter als je zuvor und bei den Texten wird kein Blatt vor den Mund genommen. Nur die Hitdichte könnte doch etwas höher sein. Kein Lied ist wirklich schlecht, aber außer 'Bum-Rush' konnte ich keinen wirklich neuen Tophit ausmachen.

Album-VÖ: 06.03.2020