(Spinefarm Records/ Universal Music)

In Zeiten wie diesen kann unaufgeregter, positiv aufgeladener Handmade-Rock, der sich nicht scheut, popaffine Menschen zu bedienen, durchaus angenehm sein. BROKEN WITT REBELS aus dem englischen Birmingham haben sich dieser Spielart des Rock 'n Roll verschrieben und ordnen sich irgendwo zwischen jungen Maroon 5 und Kings Of Leon ein.

"OK HOTEL" ist das zweite Album des Quartetts und ist nicht ganz zu Unrecht auf einem recht großen Label gelandet. Denn die Songs, die angeboten werden, wirken zwar auf dem ersten Blick recht anspruchslos, haben aber eine Eingängigkeit und Dynamik inne, die den aufgeschlossenen Zuhörer dran bleiben lässt. Die Produktion der Platte ist natürlich fett und stellt die Band in einer Live-Situation vor das Problem zumindest ebenbürtig abliefern zu müssen. Aber vielleicht klingt es auf der Bühne auch erdiger und authentischer. "OK Hotel" ist nämlich leider ohne besondere Ecken und Kanten angelegt, an denen man sich orientieren, anecken oder reiben könnte. Die Songs laufen einfach so durch und jede einzelne Komposition würde man im Formatradio platzieren können. Wobei ich bei der Dauerbeschallung der "besten Hits von heute" erfreut hocschrecken würde, wenn auf einmal ein Song der Marke 'Money' oder 'Give It Up' aus dem Autoradio schallt.

BROKEN WITT REBELS haben es sich im Pop-Rock mit Stadionmentalität gemütlich gemacht und würden perfekt ins Vorprogramm von Kings Of Leon passen und diesen vielleicht sogar die Show stehlen. Die vielen ruhigen Songs machen aus "OK Hotel" einen kleinen Sleeper, allerdings stimmt hier die Qualität, v.a. wenn etwas Brit-Rock durchschimmert, der das Ganze auf eine sympathische Ebene hievt.

Ein unspektakuläres Rock-Pop-Album, was niemanden wehtut und den ein oder anderen schönen Song im Repertoire hat. Manchmal muss es nicht zwingend mehr sein.

Album-VÖ: 13.03.2020