(Uncle M Music)

Mit MARCH kommt schon wieder eine unglaubliche Band aus den Niederlanden. Die Damen und Herren haben einen explosiven Mix aus Punkrock-Attacken und Hardcore-Einschüben dabei und ballern auf ihrem just erschienenen zweiten Album "Set Loose" elf verdammte Hits in die Gehirnrinde.

Um mal gleich die möglichen Referenzen abzufrühstücken: The Distillers (die Stimme, die Power), John Coffey und Clowns (das Songwriting, die Kreativität) und Gallows/ The Bronx (die Unberechenbarkeit, der Mut). MARCH verkörpern alles, was man sich als langjähriger Hörer der genannten Stilrichtungen wünscht - überraschende Songs, die dich beim ersten Mal an die Wand drücken und im weiteren Verlauf um den Finger wickeln. Jeder Ton, jede Geste sitzt und macht aus Hardcore-Punk-Liedern Lieblingssongs. Die Kompositionen auf "Set Loose" sind allesamt einzigartig arrangiert und bringen dieses gewisse Etwas an fokussierter Eingängigkeit mit, die eine Dynamik entstehen lässt, die es einem schwer macht die nächsten Wochen andere Alben hören zu wollen.

Die angebotene Rock 'n Roll-Komponente, die z.B. 'Challenger', 'Fear Of Roses' oder 'She's A Hurricane' zu subversiven Arschwacklern macht, sollte auch nicht unterschlagen werden. Aufgrund des völlig losgelösten Sounds, wirkt das Album frisch und dennoch aggressiv genug, um die teils wichtigen Botschaften mit einem gewissen Maß an Ernsthaftigkeit auszustatten. Wer die erste Platte von Marmozets kennt, kann erahnen was ich meine.

Anspieltipps: 'Start Again' (recht straighter Punkrocker), 'Evil Kicks' oder der hardcoreinfizierte Track 'Born A Snake'. Das Erstaunliche an "Set Loose" ist, dass die Platte immer weiter wächst und einen übergreifenden Spannungsbogen hat. Die Kurve steigt exponentiell an und hat durchgehend musikalische Highlights anzubieten. Fast schon ein bisschen unheimlich, wie MARCH das Niveau über die gesamte Laufzeit halten können.

MARCH schaffen es sich mit "Set Loose" zu emanzipieren und ein Album abzuliefern, was in einigen Jahren als Referenzgröße für Punkrock/Hardcore gelten könnte. Die authentische Produktion tut ihr  Übriges, weil einerseits alles klar definiert ist, aber man trotzdem den notwendigen Dreck spürt und die Garage vor Augen hat.

Album-VÖ: 20.03.2020