(Fat Wreck Chords/ Edel)

THE SUICIDE MACHINES feiern mit ihrem siebten Album "Revolution Spring" ihr Fat Wreck-Debüt. Nach über fünfzehn Jahren hat es die Truppe endlich geschafft neues Material zu schreiben. Produziert wurde das Ding vom Less Than Jake/ Rehasher-Musiker Roger Lima. 16 Songs haben es auf die Platte geschafft (30 standen zur Auswahl), wobei es nur einer knapp über die 3-Minuten-Marke schafft, der Rest wird in höchstens zweieinhalb Minuten abgefrühstückt. Das spricht für ein kurzweiliges Hörerlebnis, bei dem Ska, Punkrock und Hardcore-Sprengsel zum Zuge kommen und ein abwechslungsreiches Album präsentiert wird. Die politische und wütende Komponente wird durch klar formulierte Texte dargestellt.

Im 30. Bandjahr sind die Jungs noch fokussierter, angepisster und kreativer als ohnehin schon bekannt. Seit 2009 ist die Band zwar sporadisch auf Tour, hat sich aber bisher nicht aufraffen können, neue Musik zu schreiben. Aufgrund der derzeitigen Weltlage und den gesellschaftlichen Problemen, die die Populisten dieser Erde zu verantworten haben, war es für THE SUICIDE MACHINES Zeit Psychohygiene zu betreiben, um ihre Wut zu kanalisieren und der empfundenen Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung entgegen zu treten und in etwas Positives umzuwandeln.

Es kommen geradezu nostalgische Gefühle hoch, wenn man sich die ersten Songs (und alle weiteren) wie 'Bully In Blue', 'Awkward Always' oder 'Babylon Of Ours' einverleibt. Operation Ivy ist so eine Legende, die mir immer wieder durchs Hirn schiesst, wenn ich THE SUICIDE MACHINES höre. Das sympathische ist, dass sich das Quartett keinerlei Gedanken um moderne oder angesagte Sounds macht, sondern einfach da weitermachen, wo sie vor anderthalb Jahrzehnten mit "War Profiteering Is Killing Us All" aufgehört haben. Ihnen gelingt der perfekte Mix aus hibbligen Ska-Core und hymnenhaften Punkrockstücken - und das alles teils unter zwei Minuten und trotzdem so grandios arrangiert, dass die altersschwache Hüfte fast von alleine aus der Gelenkpfanne springt.

Wer THE SUICIDE MACHINES noch von früher kennt, wird sich enfach ins gemachte Bett legen dürfen - der jüngeren Generation möchte ich "Revolution Spring" dringend ans Herz legen, denn besseren und konsequenteren Punkrock mit Ska-Elementen werdet ihr in naher Zukunft nicht erleben. Und checkt unbedingt den Backkatalog aus.

Anspieltipps: 'Detroit Is The New Miami' (Hardcore-Smasher allererster Güte), 'Impossible Possibilities' (Hallo Less Than Jake!), 'Simple' (ausdrucksstark, straight = Punkrock-Hit!) oder 'Cheers To Ya', ein veritabler Party-Sing-A-Long-Kracher. Im Grunde darf man aber allen sechzehn Liedern attestieren, bestes Entertainment zu bieten ohne die wichtigen Messages zu vernachlässigen.

Vielleicht ist "Revolution Spring" nicht das innovativste Punkrock-Album des Jahres. Die größte Überraschung aber allemal und es tut so verdammt gut THE SUICIDE MACHINES wieder zuhören zu können.

Album-VÖ: 27.03.2020