(Fearless Records)

AUGUST BURNS RED gehören zu den Urgesteinen des Metalcore und wo viele Bands sich inzwischen deutlich weiterentwickelt haben und teilweise ihre Urprungsfans so gar nicht mehr 100% glücklich sind, wie z.B. bei Parkway Drive und Asking Alexandria, spielen die Amerikaner hier weiterhin kompromisslosen Metalcore. Wer also etwas zum Kuscheln sucht ist hier an der falschen Adresse. "Guardians" ist das bereits achte Studioalbum (das Weihnachtsalbum zählt nämlich nicht) und beschäftigt sich lose mit dem wiederkehrenden Thema "Für Hilfesuchende da sein".

Bereits 'The Narrative' ist wunderbar aufgebaut und zeigt wie gut das Songwriting ist. Anstatt auf das Schema Strophe-Refrain zu setzen, lässt sich das Lied nicht so einfach in bestimmte Teile zerlegen. Die Growls sind dabei genauso agressiv wie das Drumset und insgesamt ist es vor allem Instrumental sehr anspruchsvoll. Hier scheppert es wirklich ordentlich und das auf einem außerordentlich hohen Niveau. 'Bones' lässt sich einfacher zerlegen und haut euch auch gnadenlos in die Fresse. Besonders die Gitarren haben es in sich und beeindrucken von der ersten bis zur letzten Sekunde. Ein bisschen melodischer wird es mit 'Paramount' und als großer Freund von starken Melodien, spielt sich das Lied sofort in mein Herz. Vor allem weil es dafür absolut nichts an Härte und Agressivität einbüsst. Im Gegenteil, es wird sogar noch etwas härter und von Mitsingchören bin ich eh ein Fan. Man merkt hier wirklich jede Sekunde, dass AUGUST BURNS RED keine x-beliebige Metalband sind, sondern sich ihren Status als eine der besten ihrer Art zu Recht erarbeitet haben.

Ungewöhnlich ruhig beginnt 'Defender', aber keine Angst, die Handbremse wird schnell gelöst und es gibt wieder gehörig auf die Zwölf. Hier schwebt ein großer Hardcorevibe mit, der mir sehr gefällt. Richtig gefühlvoll wird es mit 'Lighthouse', bei dem man auch den ruhigen Tönen etwas mehr Platz lässt und nicht alles an Lyrics gegrowlt vorgetragen wird. Ein wahrlich grandioser Song, der nichts zu wünschen übrig lässt. 'Dismembered Memory' dürfte auf zukünftigen Konzerten (auf die man sich in dieser Zeit ja mehr denn je freut) für einen Moshpit des Todes sorgen! Und was für anbetungswürdige Gitarrenparts die Jungs hier wieder eingebaut haben! Auch 'Ties That Bind' ist ein Knaller von vorne bis hinten und zeigt das sich Melodie, Gefühl und ein kompromissloser Breakdown nicht gegenseitig ausschließen müssen. Wem das trotzdem fast zu lieb erscheint muss keine Angst haben, denn 'Bloodletter' ist genau das Richtige für euch. Hier geht es schon in Richtung Deathcore und dementsprechend düster kommt das komplette Songgerüst daher.

Photo Courtesy of Fearless Records

'Extinct by Instinct' entfaltet dagegen wieder mehr Melodik und verzückt mich mit der instrumentalen Leistung sehr. Es gehört aber defintiv auch zu den ruhigeren Stücken auf "Guardians". Auch 'Empty Heaven' ist eher etwas für die Fraktion, die mehr Wert auf Melodien setzt. Und trotzdem ist das Teil sehr schnell und knüppelt sich gut in den Gehörgang. Mit sechseinhalb Minuten fällt 'Three Fountains' von allen Liedern am längsten aus. Zum Abschluss wird es aber eher gefühlvoll als kompromisslos, wobei ich immer sehr gerne so aus einem Album geworfen werde.

AUGUST BURNS RED haben mit "Guardians" wieder einen absoluten Knaller am Start. Wem die meisten Metalcore Bands zu "soft" geworden sind, der wird dieses Album abfeiern. Hier geht es durchgehend hart zur Sache, aber ohne dabei langweilig zu werden. Das liegt vor allen am saustarken Songwriting, bei dem sich die meisten anderen Bands locker eine Scheibe von abschneiden können. Ohrwürmer sind aber eher weniger zu finden, was hier aber eher an der Natur der Sache liegt. Aber grade der Umgang mit den Instrumenten macht "Guardians" auch für Menschen interessant, die dem Metalcore als Genre an sich eher nicht so aufgeschlossen sind. Also los Leute, traut euch, ihr verpasst sonst etwas!

Album-VÖ: 03.04.2020