(Pure Noise Records)

Die kalifornische Hardcore-Truppe ROTTING OUT hat sich nach dreijähriger Auszeit wieder zusammengerottet (sic!) und feiert mit ihrem dritten Studioalbum "Ronin" ihren Einstand bei Pure Noise Records. Selbst eineinhalb Jahre im Gefängnis haben Shouter Walter Delgado nicht besänftigt, weswegen er angepisster als jemals zuvor agiert. Die zehn Songs werden in 24 Minuten runtergebrezelt, was schonmal andeutet, dass hier keine ausufernden Balladen zu erwarten sind.

Schon der Opener 'Vessel' zeigt, dass ROTTING OUT nichts verlernt haben. Präzises Riffing mit metallischen Einschlag und einer unglaublichen Präsenz und Power. Bei 'Last Man Standing' gesellt sich dann noch ein ordentliches Pfund Background-Chöre dazu, welche die wütende Stimme von Herrn Delgado perfekt begleiten. Die Produktion ist voll auf den Punkt und hält sich nicht mit Firlefanz auf - jeder Ton bekommt schön Druck auf den Kessel, was die Songs im Gesamten sehr direkt und präzise klingen lässt.

ROTTING OUT lassen keine Sekunde nach. Sie überraschen mit melodiösen Gitarrenlinien wie bei 'Prisoner' oder zeigen wilde Konsequenz in 'Still Her'. 'Thief' ist ein rifflastiges Monster von Song, der fast schon im Midtempo wildert, aber wuchtig nach vorne schiebt. Mit dem Abschlusstrack 'Boy' verabschieden sich ROTTING OUT standesgemäß aggressiv, setzen hier aber erstmals auf ein verschlepptes Tempo, was dem Ganzen enorm Intensität mitgibt.

"Ronin" ist ein authentisches Hardcore-Bollwerk und gelungenes Comeback von ROTTING OUT. Mehr muss man nicht wissen. 🙂

Album-VÖ: 10.04.2020