(Dine Alone Records)

Als sich Ende letzten Jahres abzeichnete, dass Ex-At The Drive-In Gitarrist Jim Ward seine Band SPARTA wiederbelebt, kam das bei mir persönlich einem feuchten Traum gleich. Natürlich verbunden mit der Hoffnung, dass die Band es auch nach 14 Jahren Pause schafft solche Alternative-Rock-Meilensteine wie "Threes" zu erschaffen.

Bereits die ersten Hördurchgänge von "Trust The River" lassen die kurzzeitig aufkommende Hoffnung auf eine heißblütige und neu entfachte Liebesbeziehung zwischen mir und SPARTA jedoch schnell im Keim ersticken. Es fühlt sich an wie eine Ex-Freundin die sich nach 14 Jahren wieder bei einem meldet. Doch hier wie da gilt das ungeschriebene Gesetz: Nie wieder Sex mit der Ex. Natürlich musste "Trust The River" schief gehen. Dabei ist das Album noch nicht einmal völlig misslungen, scheitert aber an ((m)einer) völlig überzogenen Erwartungshaltung.

Gerade mal zehn Songs versammelt Ward auf dem Album, welches gerade mal eine halbe Stunde Spielzeit aufzuweisen hat. Die Songs wirken äußerst demohaft und immer wieder beschleicht einen das Gefühl, dass der jeweilige Song doch noch gar nicht auserzählt ist, aber dennoch abrupt endet ('Cat Scream'; 'Spirit Away').

'Turquoise Dream' wirkt wie eine verschollene B-Seite von The Gaslight Anthem und 'Believe' gar wie ein U2-Rip-Off. Wirklich schade, da SPARTA eigentlich selbst eine Referenz sein sollten und es schon gar nicht nötig haben im Revier anderer Musiker zu wildern.

Das Highlight setzt die Band dann auch erst kurz vor Albumende. Das tolle 'Empty Houses' sticht in meinen Ohren etwas aus der zahmen Stimmung von "Trust The River" heraus:

Jim Ward sagt über die Entstehung des Songs: "Unser Bassist Matt Miller brachte die komplette musikalische und textliche Idee von "Empty Houses" mit, und ich verliebte mich sofort darin. Die endgültigen Lyrics hatte ich schnell geschrieben. Der Song handelt von der Leere, die der Immobiliencrash asugelöst hat, und zahlreiche leere Häuser zurückließ, weil sie verkauft werden mussten. Wir wollten die Angst und Furcht der damals betroffenen einfangen und haben uns vorgestellt, wie man wohl damit umgeht".

Unterm Strich steht bei "Trust The River" jede Menge Musik ohne Ecken und Kanten an denen sich somit niemand stoßen kann, in die man sich auf diese Weise allerdings auch nicht verlieben kann. So ist das eben, wenn die Verflossene anruft...

Der Song für die Playlist/das Mixtape: 'Empty Houses'

Album-VÖ: 10.04.2020