(Roadrunner Records/Warner)

Nach dem sehr umstrittenen Album "Silence In The Snow" kamen TRIVIUM im Jahr 2017 mit einem Knall und "The Sin and The Sentence" zurück. Mir kommt es noch gar nicht so vor, als ob seit dem schon wieder zweieinhalb Jahre vergangen sind, aber auf jeden Fall steht nun "What The Dead Men Say" in den Startlöchern. Schafft es die Band aus Florida um Fronter Matt Heafy ihr Momentum am Leben zu halten?

Es ist ja das inzwsichen neunte Studialbum von TRIVIUM, daher beginnt auch alles mit 'IX', welches aber lediglich ein, mit knapp zwei Minuten recht langes, Intro für den Titeltrack 'What The Dead Men Say' darstellt. Dieser macht dann auch genau da weiter, wo man auf dem letzten Album aufgehört hat. Eine hohe Eingängigkeit, einen schön gesungenen Refrain und genügend Arsch in der Hose für geile Riffs und Beats. Grade in der zweiten Hälfte wird hier wieder ein wahres Gewitter mit den Instrumenten abgefahren. 'Catastrophist' durchbricht dann auch gleich mal die sechs Minuten Grenze, ohne dabei aber eine Sekunde lang langweilig zu werden. Die Zutaten bleiben dabei gleich, die Abwechslung ist hier wirklich enorm und lassen den Song wie im Flug vergehen. Die Harmonie zwischen schnell greifbar und trotzdem komplex ist es, was einen hier so unglaublich schnell in den Bann zieht. Die Härte wird dann wie aus dem Nichts mit 'Among The Shadows and The Stones' ein ordentliches Stück angezogen und die Growls treffen einen genau da wo sie sollen. Was hier noch für Melodien zusätzlich enstehen ist ganz großes Metalkino und zeigen das TRIVIUM momentan zu Recht eine der angesagtesten Bands der Szene sind.

Mit unter vier Minuten Laufzeit ist 'Bleed Into Me' eines der kürzeren Stücke auf "What The Dead Men Say". Es fällt wirklich sehr catchy aus und geht schon am meisten in die Richtung von "Silence in The Snow", kein schlechtes Lied, aber im Vergleich bleibt hier eher weniger hängen. Macht aber auch nix, denn 'The Defiant' bohrt sich danach gnadenlos in den Gehörgang. Hier stimmt zumindest für mich alles, ein absoluter Ohrwurm der es in sich hat und sicherlich die nächsten Wochen hier rauf und runter laufen wird. 'Sickness Unto You' knüppelt sich dann auch schön thrashig in mein Herz, auch wenn es nun nicht unbedingt auf Teufel komm raus schon wieder über sechs Minuten lang sein müsste. Mit dreieinhalb Minuten ist 'Scattering The Ashes' dafür echt knackig geworden und bietet genau die richtige Länge für seinen Inhalt. Thrash at its best ist bei 'Bending The Arc to Fear' die Devise und so knallt es einem doch recht heftig aus den Boxen entgegen. Insgesamt muss man sagen, das die Härte auf "What The Dead Men Say" auf keinen Fall vernachlässigt wird und das ist auch gut so. Bereits in den ersten Sekunden von 'The Ones We Leave Behind' merkt man, dass man sich noch ein echtes Schmankerl für das Finale aufgehoben hat. Ein wahrlich schöner Hochgeschwindigkeitssong, welcher einen mit einem Grinsen im Gesicht das Album beenden lässt.

Photo by Mike Dunn

Für mich haben sich TRIVIUM mit "What The Dead Men Say" noch ein weiteres Mal gesteigert. Mit nur neun richtigen Liedern und einer Gesamtspielzeit von gut 45 Minuten, kommt es nämlich noch etwas knackiger daher als der Vorgänger "The Sin and The Sentence". Auch an der Härte hat man geschraubt und so kommt noch mehr Pepp ins Spiel. TRIVIUM positionieren sich damit ein Stück näher am Olymp der derzeit aktiven Metalbands, mit tollem Songwriting, grandiosem Gitarrenspiel und einer beachtlichen Ohrwurmquote. So befindet man sich nun bei mir in einer guten Ausgangsposition für die Jahres Top 10 in einem Jahr, das niemand so schnell vergessen wird.

Anspieltipps: 'Among The Shadows and The Stones', 'The Defiant'

Album-VÖ: 24.04.2020