(SpinnUp)

Aus Hannover gibt es Neuigkeiten zu vermelden. Mit den STARLIGHT MONKEYS hat sich eine Band formiert, dessen Mitglieder bereits einiges an Erfahrung in die Waagschale werfen können und nun endlich mit ihrem Erstlingswerk "One" zeigen wollen, dass auch heute noch spannende alternative Rockmusik kreiert werden kann. Die musikalische Sozialisation der im Leben stehenden Männer (die aber genug jugendlichen Wahnsinn in sich tragen), hört man teilweise heraus, was aber nicht störend ist, sondern angenehm-nostalgische Gefühle provoziert. Dadurch, dass die vier Musiker verschiedene stilistische Lebensläufe vorweisen, sind die acht Songs auf dem Debüt kurzweilig und im besten Sinne kreativ und v.a. textlich einen zweiten bis dritten Blick wert.

'Supernova' eröffnet den bunten Reigen mit tollen U2-Gitarren, die sich im weiteren Verlauf durch den gesamten Song schlängeln und bis zum ersten Refrain ein wohlig-warmes "Nach-Hause-Kommen-Gefühl" provozieren. Sänger Catsche wirft sich voll rein und überzeugt mit einer stimmgewaltigen Range, die seine "härterte" musikalische Vergangenheit manchmal durchschimern lässt und aktuell verdammt präzise abliefert. Dieses warme Timbre zwischen Bono und Oliver Perau (Terry Hoax) macht aus dem ohnehin angenehmen Song ein Kleinod voller Schönheit.

Das nachfolgende Lied 'Catching Fire' will sich dahinter gar nicht verstecken, sondern beweist vielmehr das große Talent der Band, einen alternativen Rocksound zu kreieren, der sich nicht scheut den Pop ins Haus zu lassen. Man kann seine Hüfte dazu entweder entspannt kreisen lassen oder lässt den Song auf sich wirken, der einen nicht zu leugnenden Sog entwickelt. Tipp: Über Kopfhörer hören!

'Unsheltered', 'Pardon Me' und 'The Last Dance' punkten wieder mit dieser fluffig-leichten Gitarrenarbeit, die fast den College-Rock der 90er heraufbeschwört (wobei die Vehemenz des Vortrages immer den Rock (!!) in den Mittelpunkt stellt) - und gerade die atmosphärisch entspannte Produktion lässt den Track bzw. das gesamte Album den notwendigen Raum, um zu atmen und sich zu entfalten. Das klingt vielleicht etwas sehr platt, aber obwohl die Songs auf "One" recht zugänglich sind, braucht es einige Durchläufe bis man alle Nuancen und Facetten entdeckt hat. Gerade das macht die Platte unheimlich spannend.

Die STARLIGHT MONKEYS halten sich nicht mit billigen Tricks oder überflüssigen Material auf, sondern liefern acht Kompositionen, die jede für sich steht und im Gesamtkontext die volle Bandbreite zur Schau stellen. Hier sind Musiker mit Herzblut bei der Sache, die Songs schreiben, die teilweise lange nachwirken und sich sukzessiv im Gehörgang festsaugen. Ein im ersten Moment unspektakuläres Stück wie 'Malady' entwickelt eine Dynamik, die dich spätestens beim dritten Anhören erwischt und an Großtaten von Mad Season denken lässt. Mit 'Memory Lane' endet "One" tanzbar und fast schon euphorisch - ein schöner Midtempo-Rocker, in dem Frontmann Carsten nochmal ordentlich Gas geben darf/kann.

Support your local scene! V.a. wenn eine Band wie die STARLIGHT MONKEYS das Herz am rechten (also links) Fleck tragen und nicht nur wirklich hörenswerte alternative Rockmusik präsentieren, sondern zudem gesellschaftliche Probleme ansprechen ohne zu verklausulieren.

Wenn Ihr die Band unterstützen wollt, besorgt euch Tonträger und/oder hört bei den üblichen Portalen (Deezer/ Spotify) "One" in Dauerrotation.

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Album-VÖ: 22.04.2020