(Cleopatra / Membran)

DANZIG also. Der nächste Egotrip wird ganz selbstverständlich und mit der bekannten Zurückhaltung "Danzig Sings Elvis" genannt. Einzig eine Frage bleibt übrig, die man aber durchaus mal stellen sollte: Warum zur Hölle? Dass Elvis Presley einen großen Einfluss auf die Rock 'n Roll-Szene hat(te), ist unbestritten und auch ein Tribut ist beizeiten mehr als fällig, nur was DANZIG hier abliefert, grenzt teilweise schon an Blasphemie.

Natürlich soll bei einem Tribut-Album auch die eigene Interpretation zum Zuge kommen und dem sind bei künstlerischer Freihet bekanntlich keine Grenzen gesetzt - wenn man allerdings vollmundig, und von einem gewissen Hype begleitet, eine Platte zu Ehren des "King Of Rock 'n Roll" ankündigt, darf man mehr erwarten als eine lahme Vorstellung und das teils lustlose Abcroonern von Elvis-Klassikern. Was man DANZIG positiv bescheinigen kann, ist, dass er die Tonlage des "King" manchmal trifft - eine Art Goth-Rock-DANZIG-Version wäre aber tausendmal interessanter gewesen. Musikalisch ist das Ganze ebenfalls nicht weiter erwähnenswert - das klingt teilweise wie an einem Computer zusammengeschustert, der das letzte Windows 6-Update verpasst hat.

Großartige Originale wie 'One Night', 'Pocket Full Of Rainbows' oder 'Fever' werden zu Karikaturen ihrer selbst, wenn DANZIG seine Stimme erhebt. Nee, nee - das ist nix!

Nur weil populäre Namen wie DANZIG und Elvis auf der Platte prangen, muss man nicht jeden Mist kaufen. Hätte DANZIG dies in seinen sozialen Netzwerken für lau und für Die-Hard-Fans zugänglich gemacht - bitte schön, wäre ein- oder zweimal unterhaltsam, wenn auch ungenehm gewesen. Dies aber als regulären Tonträger anzubieten, ist unverschämt. Finger weg.

Album-VÖ: 08.05.2020 (digital: 24.04.2020)