(Century Media)

Bereits der Vorgänger "Conformicide" aus dem Jahr 2017 präsentierte HAVOK als deutlich über den herkömmlichen Thrash Metal hinausgewachsene Band. Besonders die Saitenfraktion zeigt heuer, dass sie deutlich mehr können, als nur "Auf Die Omme"-Riffs zu zocken.

Auf Album Nr. V setzt die Band diese Entwicklung hin zu komplexeren Songstrukturen konsequent fort, ohne aber in zu kopflastige Sphären abzudriften. Mit Songs wie dem Opener 'Post-Truth Era', 'Merchants Of Death' oder dem kleinen Hit 'Phantom Force' gibt es nach wie vor eingängige Thrash-Perlen, die einfach nur mitreißen und Spaß machen. Auf der anderen Seite allerdings steht da das Epos 'Don't Do It', das sich mit seinem überlangen Intro als Grower erweist, mit cleanem Gesang überrascht und sich über eine Laufzeit von 8 Minuten langsam ins Gehirn bohrt.

Die gewohnt kritischen und wie immer absolut lesenswerten Texte von Sänger David Sanchez werden neben seinem bewährten Gekreische im Jahr 2020 also auch gern mal mit abwechslungsreicheren Klangfarben untermalt, was ihnen wirklich gut zu Gesicht steht.

Photo by Mark Maryanovich

Der bei HAVOK schon immer vorhandene Kreator-Einfluss scheint zwar nach wie vor zwischen den Zeilen durch, aber trotzdem schaffen sie es, mit ihren Songs so etwas wie einen eigenen Trademark-Sound zu etablieren. Ein starkes Album einer Band im Umbruch, das niemals Langeweile aufkommen lässt, aber auch zeigt, dass da noch Luft nach oben ist.

Album-VÖ: 01.05.2020