(Sumerian/Warner)

Das 2017er Album, welches für ASKING ALEXANDRIA so etwas wie einen Neustart darstellte, habe ich seiner Zeit hier ziemlich abgefeiert. Auch heute landet die Scheibe noch des Öfteren in der Anlage. Der neue Alternative Rock Style hat uns da echt ein paar schöne Ohrwürmer beschert gehabt und so habe ich mich natürlich richtig auf neuen Stoff gefreut. Dieser liegt nun mit "Like A House On Fire" vor. Satte 15 Lieder mit über 52 Minuten Gesamtlaufzeit erwarten uns, aber Masse muss ja nicht unbedingt Klasse bedeuten.

'House On Fire' ist ein grandioser Einstieg und geht richtig fix ins Ohr. So ein typischer Pop-Rock Radiosong mit ein paar härteren Riffs und Beats, aber das meine ich nicht böse, da es sich einfach super anhört. 'They Don't Want What We Want' geht mit dem Gesang sehr stark in die Rap Richtung und ist in meinen Augen leider richtig langweilig. So ein bisschen wie ein wenig gelungener Versuch Fever333 zu kopieren. Viel Nanana gibt es dann bei 'Down To Hell' zu hören und sonst? Auch ein recht schwacher Vertreter für ASKING ALEXANDRIA Verhältnisse. 'Antisocialist' ist leider einfach ein generisches Stück Pop Rock Musik, welches so gar nicht bei mir zünden will.

'I Don't Need You' beginnt mit der vollen R'n'B Breitseite und entwickelt sich zur schnulzigen Radio-Ballade welche im Duett mit Grace Grundy gesungen wird. Das darf man sicherlich gut finden, kommt mir aber mit deutlich zu viel Schmalz daher. 'All Due Respect' nimmt dann wieder etwas an Fahrt auf, aber trotzdem reicht das nichtmal im Ansatz an die Qualität des Vorgängeralbums heran. Grade die Instrumente wirken so lustlos eingespielt. Ich vermisse ja nicht die Härte, aber fast alle Lieder wirken wie aus dem kleinen Einmaleins der Popmusik zusammengekratzt und das ist auf der "Asking Alexandria" nun mal nicht der Fall gewesen. 'Take Some Time' ist da auch ein schönes Beispiel und wirkt wie der langweilige 08/15 Song der im Radio rauf und runter läuft.

Bei 'One Turns To None' geht es etwas weg von der Radioformel, aber weder textlich noch musikalisch wirkt es besonders gut durchdacht. Die Mischung aus R'n'B und Rock ist sehr unausgewogen und fast schon anstrengend. Hier verliere ich dann auch die Motivation jedes Stück von "Like A House On Fire" zu besprechen. Daher picke ich mir nur noch die Rosinen raus und eine davon ist 'Give You Up'. Es kommt sehr elektronisch daher und die Rock Elemente spielen nur eine sehr untergeordnete Rolle, aber irgendwie endlich mal wieder ein Stück welches Abwechslung mit sich bringt und gut im Ohr bleibt. 'The Violence' birgt sogar ein bisschen Agressivität in sich und zaubert mir damit ein Lächeln in mein Gesicht.

Wenn Bands weg vom Metal gehen und ihre zarte Seite entdecken muss das nicht immer schlimm sein. Ich liebe Bring Me The Horizons Album Amo und Enter Shikaris aktuelle Scheibe hat starke Chancen auf den Albenthron 2020. Außerdem fand ich ja den direkten Vorgänger "Asking Alexandria" auch super. Aber 'Like A House On Fire' startet stark, nur um sich schon mit dem zweiten Lied in die Belanglosigkeit zu verabschieden. Keine Ahnung was da beim Songwriting schief gelaufen ist, aber das ist leider die mit Abstand schwächste Platte der Jungs und ich kann jedem nur raten vor dem Kauf einen Probedurchgang zu absolvieren.

Album-VÖ: 15.05.2020