(UFND)

Irgendwann im vergangenen Jahr setzten CROSSFAITH ihren kompletten Instagram Account zurück und verkündeten den Beginn einer neuen Ära für die Band. Als Start in diese Zeit erscheint nun eine fünf Lieder umfassende Scheibe namens "Species EP". Alles nur Promo oder entwickeln sich die Japaner wirklich stark weiter? Denn für ihren Stil, bestehend aus einem Mix von Metal und Elektro, sind sie ja eigentlich sehr bekannt.

Knackige 2.50 Minuten geht der Einstieg 'Digital Parasite' und ist dabei überraschend frisch und anders, als man es von CROSSFAITH gewohnt ist. Trotzdem ist klar welche Band hier grade spielt, da die Elektroelemente als Markenzeichen erhalten bleiben. Sonst ist es deutlich agressiver, düsterer und ruppiger als man es von den Jungs gewohnt ist. Und der Rap Part war sicherlich so auch nicht zu erwarten. Ein wirklich kurzer, heftiger und guter Einstieg. Der Beat von 'Endorphin' kickt mal so richtig und Ken kriegt hier einen ordentlichen Stimmverzerer für große Teile des Liedes aufgelegt. Das geht ordentlich ins Ohr und hört sich gut an und ist deutlich näher an klassischen CROSSFAITH Material dran. Auf jeden Fall ein weiterer starker Song.

'Truth of Insanity' geht gewohnt hardcoremässig los, aber dann kommt da der Refrain. Hussa! So eine Anbiederung an die Popmusik hat man bisher noch nicht erlebt. Hier wird volle Kanne auf die Hookline gesetzt und das steht im kompletten Konstrast zum sonst sehr agressiven Rest des Liedes, inklusive heftigem Breakdown. Interessante Mischung und sehr erfrischend zu hören. Bei 'None of Your Business' ist der Rapper Jin Dogg mit an Bord und das was man sich dabei erhofft kommt auch tatsächlich bei raus! Und das ist eine astreine Crossover Nummer bei dem die japanischen Lines des Gastsängers richtig schön die exotische Seite betonen. Das Ganze klingt auch richtig böse und macht von vorne bis hinten einfach nur Spaß. Mit 'Your Song' sind wir dann auch schon am Ende angekommen und mich erinnert es sehr an die Anfangszeiten der Band, bevor sie so bekannt wurden. Melodie und Stil könnten direkt so von ihrem zweiten Album "The Dream, The Space" gekommen sein. Man könnte es fast schon als Ballade bezeichnen, aber dafür geht es mir dann doch etwas zu agressiv zur Sache. Toll das sie sich mal wieder an solche Klänge wagen und somit einen gelungenen Schlusspunkt für die EP gesetzt haben.

Wow was für ein Trip! Im Pressematerial steht das es das Ziel war eine neue Ära zu starten, in der man sich nicht selber durch irgendwelche Stile begrenzt, da CROSSFAITH dafür stehen sollen ein neues Musikerlebnis zu erfahren. Und tatsächlich war ihr Stil nach 10 Jahren sicherlich nicht mehr so überraschend wie zu Beginn. Aber was hier in 18 Minuten abgeliefert wird ist absolut frisch und macht einen den Mund wässrig auf ein neues Album, an welchem auch schon gearbeitet wird. Da bleibt nur zu hoffen, dass man es vielleicht auch hierzulande mal schafft mehr Fans zu generieren, um etwas größere Clubs füllen zu können.

Album-VÖ: 22.05.2020